Jackson-Prozess Finale Schlammschlacht

Vor Beginn der Schlussplädoyers geht es im Missbrauchs-Verfahren noch einmal um Genitalien-Fotos, Masturbation und geldgierige Kläger.

Von Von Andrian Kreye

Der Missbrauchs-Prozess gegen Michael Jackson geht seinem Ende zu. Nach dem amerikanischen Volkstrauertag am Montag und formaljuristischen Beratungen am Dienstag werden Staatsanwalt Tom Sneddon und Jacksons Verteidiger Thomas Mesereau von Mittwoch an letzte Gelegenheit haben, die Jury mit ihren Schlussplädoyers zu überzeugen.

Dann beginnen die Beratungen der Geschworenen, die beurteilen werden, ob und in welchen der zehn Anklagepunkte der Sänger schuldig ist. In der letzten Woche der Verhandlungsphase, die Freitag offiziell zu Ende ging, verbuchten beide Seiten noch einmal kleine Etappensiege.

Am Mittwoch hatte die Verteidigung den bekannten Schauspieler Chris Tucker als Zeugen aufgerufen, der den Eindruck bestätigte, dass die Mutter des Klägers eine geldgierige Gaunerin ist. Tucker sagte, er habe Jackson wiederholt vor dem Knaben und seiner Familie gewarnt. Dann war die Staatsanwaltschaft an der Reihe.

Richter Rodney Melville lehnte es ab, Fotos von den Genitalien Jacksons aus einem früheren Prozess als Beweismittel zuzulassen.

Staatsanwalt Tom Sneddon hatte ursprünglich geplant, einen jungen Mann zu befragen, der Jackson 1993 wegen ähnlicher sexueller Übergriffe angeklagt und die berüchtigten Zeichnungen von Hautverfärbungen auf Jacksons Geschlechtsteil angefertigt hatte. Der damals Minderjährige, der mit einer Zahlung von 20 Millionen Dollar abgefunden wurde, hat sich allerdings nach Südafrika abgesetzt.