Island Ausnahmezustand nach Vulkanausbruch

Vulkanausbruch auf Island: Hunderte Menschen mussten bereits ihre Häuser verlassen. Die Behörden riefen den Notstand aus.

Insel in Not: Islands Behörden haben nach einem Vulkanausbruch für den südlichen Landesteil den Ausnahmezustand ausgerufen. 700 Anwohner aus der Umgebung des Gletschergebiets hatten das Gebiet verlassen müssen. Hier gaben die Behörden am Sonntag teilweise Entwarnung. Betroffene durften vorübergehend auf ihre Höfe zurück, um die Tiere zu füttern.

Wie ein lokaler Rundfunksender berichtete, kam es kurz nach Mitternacht zu ersten Eruptionen unter dem Eyjafjalla-Gletscher. Geologen erklärten nach ersten Hubschrauberflügen, dass sich der Riss in dem Gletscher über eine Länge von etwa 500 Metern erstrecke.

Die Eruption habe sich aber nicht unter dem Gletscher ereignet, sagte der Geologe Tumi Gudumundsson. In einem kilometerlangen Spalt war Lava zu sehen. Der Eyjafjallajökull-Vulkan hingegen brach zuletzt vor rund 200 Jahren aus.

Das Zentrum des Vulkanausbruchs lag nicht direkt unter dem Gletscher, sondern jenseits der Eisgrenze am benachbarten Ausflugsgebiet Fimmvörduhals. Deshalb wurde die Wahrscheinlichkeit von Überschwemmungen durch Schmelzwasser als gering eingestuft. "Es ist ein ziemlich begrenzter Ausbruch, nicht zu vergleichen mit dem letzten von Hekla vor zehn Jahren", sagte ein Sprecher der nationalen Einsatzzentrale in Reykjavik. Hekla, der bekannteste und aktivste von 30 noch aktiven Vulkanen auf Island, war zuletzt im Jahr 2000 heftig ausgebrochen.

Auch den Flugverkehr konnten die Behörden wieder freigeben. Ein Sprecher sagte, die Eruptionen seien so begrenzt, dass keine Gefahr mehr für Flugzeuge durch Lava oder Asche in der Luft bestehe. Unmittelbar nach den ersten Vulkanaktivitäten in der Nacht waren alle Starts und Landungen auf dem internationalen Flugplatz Keflavik sowie auf den Flugplätzen in Reykjavik und Akureyri untersagt worden.

Die Atlantik-Insel Island ist aus vulkanischen Aktivitäten entstanden und birgt in ihrem Untergrund zahlreiche aktive Vulkansysteme.