Das BKA fandet nach zwei Terrorverdächtigen, am Flughafen Köln-Bonn wurden zwei weitere Männer unter Terrorverdacht festgenommen. Einige Fakten zur Gefahrenlage.
Das Bundeskriminalamt (BKA) fahndet seit Donnerstag nach zwei Terrorverdächtigen, die wahrscheinlich aus Pakistan nach Deutschland zurückgekehrt sind. Und am Freitag nahm die Polizei auf dem Flughafen Köln-Bonn zwei andere Männer fest, die offenbar in den "Heiligen Krieg" ziehen wollten. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht auch nach der Festnahme von zwei islamistischen Terrorverdächtigen auf dem Flughafen Köln-Bonn keine konkrete Anschlagsgefahr in Deutschland. "Es bleibt bei der Einschätzung, dass wir im Fadenkreuz des Terrorismus stehen", sagte eine Ministeriumssprecherin am Freitag in Berlin. Im Folgenden einige Fragen und Antworten zum islamistischen Terrorismus.
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Wie groß ist die Gefahr eines Terroranschlags in Deutschland? Ermittler gehen davon aus, dass es auch nach der Zerschlagung der sogenannten Sauerland-Zelle im September 2007 Bestrebungen islamistischer Terrororganisationen gibt, Anschläge in Deutschland zu begehen. Dem Präsidenten des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke, zufolge sind bisher mehr als 50 Islamisten in Terrorcamps ausgebildet worden. Ein kleiner Teil ist nach Deutschland zurückgekehrt. Gefährlich sind zudem spontane Radikalisierungen einzelner Islamisten, wie beim fehlgeschlagenen Kofferbomben-Anschlag in Köln.
Wie viele gefährliche Islamisten gibt es in Deutschland? Die Zahl der "Gefährder" - also derjenigen, denen man einen Anschlag zutraut - liegt laut Bundeskriminalamt unter 100. Darüber hinaus beobachten die Verfassungsschützer mehrere Islamistenszenen in westdeutschen Industriezentren und Universitätsstädten. Häufig im Blickpunkt war beispielsweise Ulm. In Baden-Württemberg sprechen Sicherheitsexperten von etwa 130 "relevanten Personen" mit einem Radikalisierungspotenzial.
Welche Organisationen spielen eine Rolle? Als eine der aktivsten Gruppen gilt derzeit die "Islamische Dschihad Union" (IJU), die wahrscheinlich hinter den Anschlagsplänen der sogenannten Sauerland-Zelle steht, die vor einem Jahr ausgehoben wurde. Die ursprünglich aus Usbekistan stammende Gruppe, der zwischen 100 und 300 Kämpfer angehören sollen, hat sich dem internationalen "Dschihad" ("Heiliger Krieg") angeschlossen. Zudem gehen Ermittler davon aus, dass El Kaida wiedererstarkt ist und vom afghanisch-pakistanischen Grenzland aus Terroraufträge erteilt.
Woher stammen die Terrorverdächtigen? Hinter früheren Anschlagsplänen standen meist Nordafrikaner, Iraker, Libanesen oder Syrer. In jüngster Zeit bereiten den Ermittlern aber zum Islam übergetretene Deutsche wie Fritz Gelowicz und Daniel Schneider aus der "Sauerland-Zelle" zunehmend Sorge - und eben auch Eric Breininger, nach dem jetzt auch mit Plakaten gefahndet wird. Solche Religionswechsler gelten oft als besonders gewaltbereit. In der Islamistenszene spielen außerdem türkischstämmige Männer eine wachsende Rolle.
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