Irischer Geschäftsmann vermietet Papst-Gefährt Vom Papamobil zum Partymobil

Über die Jahre wurden die Fahrzeuge von Johannes Paul II. Kult - als "Papamobil" werden die golfcartähnlichen Gefährte auch bezeichnet. (Archivbild: Papst Johannes Paul II. bei einem Besuch im französischen Longchamp im Jahr 1997)

(Foto: REUTERS)

Kann den Feiern Sünde sein?, mag sich mancher gläubige Partygänger schon einmal bange gefragt haben. Nein!, lautet die erleichterte Antwort - zumindest für die Kunden von Paddy Dunning. Der Ire hat ein Papamobil zur Partylocation umfunktioniert.

"Ich will Spaß, ich geb' Gas", sang Markus 1982 und landete damit einen Hit. Dass Geschwindigkeit für gute Stimmung sorgt, ist freilich schon viel länger bekannt. Die Disco-Ära war geprägt von Menschen in Glitzer-Fummeln und auf Rollschuhen. Es folgten zu Feierstätten umgerüstete Busse und Straßenbahnen, nicht zu vergessen Bierbikes.

Letztere sind allerdings nicht unumstritten - und so leistet ein irischer Geschäftsmann den mobilen Vergnügungsmeilen mit seiner Idee auch ein Stück weit Imagepflege: Paddy Dunning will ein ehemaliges Papamobil zu Partyzwecken vermieten.

Vor einigen Jahren erwarb er der Irish Times zufolge den Ford Transit, den Papst Johannes Paul II. einst bei seiner Irland-Reise im Jahr 1979 nutzte. Dunning habe dem Vehikel für 60.000 Euro eine Rundumerneuerung verpasst, unter anderem sei das ausgediente Papamobil auf ein Mercedes-Chassis gesetzt worden.

Ein robuster Unterboden tut Not

Vergegenwärtigt man sich die geplante Nutzung des gelben Gefährts, macht die Investition in einen robusten Unterboden durchaus Sinn. Denn wo früher der Pontifex mit feierlicher Miene stand und seinen Schäflein gemäßigt zuwinkte, sollen künftig wilde Partys stattfinden: Besitzer Dunning will das Partymobil unter anderem für Junggesellenabschiede vermieten. Ganz billig wird der ausgelassene Ausgang aus dem ledigen Leben nicht: 300 Euro pro Stunde plus Steuern fallen nach Informationen der Irish Times an.

Dafür darf dann auch auf jenem Sitz ein Tanzpäuschen eingelegt werden, auf dem schon Gottes Stellvertreter auf Erden entspannte. Für manchen durchaus ein Kaufargument: Während besagter Sitz im Haus seiner Mutter lagerte, seien Nonnen sogar aus Rom angereist, nur um einmal in die päpstlichen Polster zu sinken, so Dunning.

Blasphemie? Weit gefehlt! Der Geschäftsmann ist sich seiner Pflichten als Papamobil-Besitzer - und Partyveranstalter - durchaus bewusst: "Wir werden sehr wählerisch sein, an wen wir vermieten", verkündete er.

Selbst in die päpstliche Disko kommt eben nicht jeder rein.