Einem Magazinbericht zufolge hat das Jugendamt Josef Fritzl jahrelang positiv beurteilt. Der Umgang in der Familie wurde als "liebevoll" beschrieben.
Im Inzest-Fall von Amstetten will die Staatsanwaltschaft den Verdächtigen Josef Fritzl am Mittwoch befragen. Die Vernehmung des 73-Jährigen werde im Gefängnis in St. Pölten stattfinden, teilte ein Sprecher am Dienstag mit.
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21 dokumentierte Kontakte mit der Jugendwohlfahrt. (© Foto: AFP)
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Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel wurde Fritzl als Pflegevater von der Jugendwohlfahrt Amstetten jahrelang unkritisch und äußerst wohlwollend beurteilt.
Mit den Pflegekindern, die Fritzl mit seiner im Keller gefangengehaltenen Tochter gezeugt und später adoptiert hat, gingen Fritzl und seine Frau "sehr liebevoll um", heißt es laut Spiegel in Unterlagen der Behörde. Von den 21 dokumentierten Kontakten der Jugendwohlfahrt zu der Familie seit 1993 waren demnach nur sechs Hausbesuche, der letzte im Jahr 1997.
Meist hätten die Pflegeeltern selbst im Amt vorgesprochen, oft habe sich der Kontakt auch auf Telefonate beschränkt. Von 2002 bis 2005 habe sogar Funkstille zwischen der Behörde und den Pflegeeltern geherrscht. Die Berichte enthalten dem Magazinbericht zufolge vor allem Auflistungen über das Verhältnis der Kinder untereinander.
Fritzl selbst habe vor den Behörden den ahnungslosen, überrumpelten Großvater gespielt und sei ohne kritische Fragen durchgekommen.
Keine weiteren Äußerungen
Eine erste medizinische Untersuchung eines der Kinder ergab dem Bericht zufolge offenbar keinerlei Hinweise auf die Geburt im Kellerverlies.
Die Behörden hätten vielmehr festgestellt, dass das Mädchen mit großer Wahrscheinlichkeit in einem Krankenhaus zur Welt kam, da es fachmännisch abgenabelt worden sei. Fritzl hatte angegeben, das Kind sei im Mai 2003 vor seiner Tür abgelegt worden.
Nach Angaben der österreichischen Behörden hat sich der 73-Jährige seit seinem ersten Geständnis nicht weiter zu dem Verbrechen geäußert. Noch sei unklar, ob er am Mittwoch Fragen beantworten werde, sagte der Sprecher der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Gerhard Sedlacek.
Fritzls Anwalt Rudolf Mayer hat angekündigt, er wolle auf Unzurechnungsfähigkeit plädieren.
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(AP/grc)
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Kölnalove schrieb:
"Es ist eine reine Routineakt und selbstverständlich, die DNA der abgegebenen Kinder zu überprüfen bzw. später nachzuprüfen (für den Fall das noch kein DNA-Analyseverfahren gegeben war) Erstens um zu prüfen, ob die Briefmutter die tatsächliche Mutter ist und zweitens ob der leibliche Vater in einer DNA-Datei gespeichert ist (Er könnte ja gleichzeitig mit der Entführung zu tun gehabt haben). "
- So ist es und immerhin hätte für die Fander auf diese Art ja auch die Möglichkeit bestanden, den "Sektenführer ausfindig zu machen. Hier aber ist anscheinend alles falsch gelaufen, was falsch laufen kann und das finde ich sehr verdächtig. Da kommt mir einfach zu viel an Fehlern zusammen und ich zweifle daran, dass eine Behörde nach der andere diese gemacht hat, denn es gibt Routinearbeiten, die einfach generell anstehen und die habenanscheinend nicht stattgefunden. Da steckt was anderes dahinter. Vielleicht sollte mal endlich "ganz oben" nachgeschaut werden. - Hinter der selbstverständlich notwendigen Abschirmung der Opfer können sich auch andere Interessen als die des Schützens verstecken. Wie gut, dass es diese Paparazzi gibt, in deren Sack man auch noch alle möglichen Skeptiker stecken kann.
24 Jahre Einzelhaft in einer Zelle ohne Licht, ohne Fernsehen, ohne Kontakte zu Menschen.
Da hat er dann genug Zeit, über seine Tat nachzudenken.
Crassula
@ kölnalove
Stimme Ihnen in jeder Hinsicht zu.
Der Bezirkshauptmann von Amstetten Hans-Heinz Lenze hat sogar noch vor wenigen Tagen getönt, die (oberirdische) Familie Fritzl habe einen "ausgezeichneten Leumund". Die Kinder seien sehr gut erzogen.
Derselbe Lenze war es auch, der schon unmittelbar nach Bekanntwerden des Verbrechens (27.4.) in TV-Runden den Behörden pauschal bescheinigte, keinen Fehler gemacht zu haben.
Wenn das der Schutz des Staates für seine Bürger ist, besonders die schwachen, hilfsbedürftigen, dann wundert einen gar nichts mehr.
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