Marco Weiss ist frei und zurück in Deutschland, der Prozess gegen ihn geht im April weiter. Marcos Anwalt, Matthias Waldraff, spricht über den Moment der Freilassung und ob Marco im April in die Türkei zurückkehrt.
Seit vier Tagen ist der 17-jährige Marco Weiss aus Uelzen frei. Die Richter in Antalya haben den Schüler ohne Auflagen nach Deutschland entlassen. Seine Anwälte, Matthias Waldraff und Michael Nagel, haben damit eine überraschende Wende im Prozess gegen den Schüler erreicht. Von einem Freispruch Marcos sind sie nun noch mehr überzeugt.
"Wir werden alles dransetzen, dass Marco vollständig rehabilitiert wird": Marco Weiss' Anwalt Matthias Waldraff. (© Foto: ddp)
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sueddeutsche.de: Am vergangenen Freitag wurde Ihr Mandant Marco Weiss ohne Auflagen freigelassen. War das für Sie eine große Überraschung?
Matthias Waldraff: Nach einer Verhandlungspause ging der Prozess am Freitag weiter. Es hätte noch so viel an dem Tag verlesen werden müssen, in dem Moment war mein Bauchgefühl: Marco kommt heute nicht raus. Dann kam auf einmal Marcos Vater aus dem Gerichtssaal - er war der Erste, den ich sah. Sein Gesicht war voller Glück und Unfassbarkeit. Da wusste ich, Marco ist frei. Es war schlicht überwältigend.
sueddeutsche.de: Hat Ihre Klage am Menschengerichtshof in Straßburg gegen die lange Untersuchungshaft zur Entscheidung des Gerichts beigetragen?
Waldraff: Wir glauben, dass mehrere Faktoren da zusammengespielt haben. Im Grunde haben die Richter rein aus der Aktenlage heraus gehandelt - es lagen nicht ausreichend Beweise vor. Was definitiv nicht dazu beigetragen hat, war die Einmischung des Unternehmers und SPD-Europaabgeordneten Vural Öger. Wir befürchteten, dass uns das zu Last gelegt wird. Mit Ögers Initiative hatten wir aber überhaupt nichts zu tun - und möchten uns davon auch deutlich distanzieren. Laute Töne der Politik und laute Appelle in Richtung Türkei bedeuten eine sehr große Gefährdung für Marco.
sueddeutsche.de: Der Anwalt der Gegenseite, Ömer Aycan, hat gegen die Freilassung Einspruch erhoben. Er hat auch gegen Sie und Ihren Kollegen Michael Nagel Strafanzeige gestellt. Sie hätten das Gericht unter Druck gesetzt. Wie bewerten Sie das?
Waldraff: Wir haben versucht, alles zu vermeiden, was in irgendeiner Form negativ hätte gewertet werden können. Aycans Beschuldigungen sind falsch und überhaupt nicht ernst zu nehmen. Wer so mit der Öffentlichkeit umgeht, dem fehlt jede Legitimation, auch moralisch-ethischer Art. Er ist ein schlechter Verlierer.
sueddeutsche.de: Wird Marco am 1. April in die Türkei zurückkehren?
Waldraff: Nach jetzigem Stand wird Marco an der Hauptverhandlung teilnehmen. Wir werden alles dransetzen, dass er vollständig rehabilitiert wird und haben nach wie vor das Ziel, dass er freigesprochen wird. Auch unter dem Gesichtspunkt, dass sich jetzt deutsche Gerichte einschalten.
sueddeutsche.de: Wie schätzen Sie die Chancen auf einen vollständigen Freispruch Marcos ein?
Waldraff: Die Tatsache, dass das Gericht Marco ohne Auflagen nach Deutschland zurückkehren und den Haftbefehl vollständig fallen lässt, spricht eher dafür, dass der Junge freigesprochen wird. Ansonsten hätten sie ihn ja in Untersuchungshaft belassen. Aber man muss das vorsichtig bewerten.
sueddeutsche.de: Wäre es Ihnen lieber, die Verhandlungen würden in Deutschland fortgesetzt?
Waldraff: Von den Rahmenbedingungen her ist es sicherlich besser, es wäre angenehmer, wenn er nicht mehr reisen müsste. Denn Marco hat das feste Gefühl, dass er nichts Böses oder Unrechtes getan hat.
sueddeutsche.de: Wird Marco nach dem Prozessende wieder ein normales Leben führen können?
Waldraff: Wir werden alles versuchen, dass Marco wieder in die Normalität zurückfindet. Das wünscht er sich. Und ich glaube, dass er das auch schaffen kann. Er ist ein starker Junge.
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- Fall Marco Staatsanwaltschaft prüft türkische Akten 17.12.2007
- Prozess in der Türkei Marcos Heimkehr 14.12.2007
(sueddeutsche.de/bosw)
FKK-Slackliner Alexander Schulz
und Anwälte? Ob schuldig oder unschuldig kann man doch der Leserschaft von Zeitungen überlassen. Die sind ja bestens informiert.
Man kann ja einen Verlauf kritisieren (viel zu lange U-Haft), aber bei dem Rest sollten wir keine Volksbefragungen durchführen.
Und nur mal ganz am Rande, wer weiß eigentlich was auf dem Zimmer tatsächlich passiert ist? Die Unterstellungen nach beiden Seiten sind peinlich genug.
ganz genau. und eine bezichtigung ist nur eine bezichtigung, eventuell eine falsche verdaechtigung und damit schon direkt selber Straftatsbestand.
wirklich abenteuerlich wie einfach es sich hier so ein paar selbsternannte staatsanrwaelte machen. da brauch ich meinen nachbarn ja nur anklagen und schon bin ich ihn los - es sei er kann seine unschuld beweisen - (gell fr. schneeberger...)
leute, leute, schaut euch mal die deutsche geschichte an dann werdet ihr merken muessen dass die ansicht, jemand muesste erst seine unschuld beweisen wenn er von irgendwem wegen irgendwas angeklagt ist, sehr unschoen zuminest ocker eingefaerbt ist. anders herum ist dies naemlich eine pauschale vorverurteilung und voellig gegen unsere rechtsstaatlichkeit und verfassung. da gibt es grundgesetze wie das recht der gleichheit und der freiheit.
ich denke nicht das ihr dass so wollt und eure gesinnung ist. es ist mir allerdings unbegeiflich das man hier indiesen forum genau wie zuerst das tuerkische gericht einem 17 jaehrigen existentielle grundrechte nicht zugestehen will.
wehret den anfaengen!
Als die fünf bulgarischen Krankenschwestern und der palästinensische Arzt endlich frei kamen, habe ich auch erleichtert aufgeatmet.
Trotz des wesentlich schwerwiegenderen Tatvorwurfes (sie wurden immerhin beschuldigt 426 Kinder mit dem HIV-Virus infiziert zu haben von denen 52 bereits an der Immunschwächekrankheit AIDS verstorben waren.) habe ich mich ebenfalls gefreut.
Dass Marco von dem Gericht ohne Auflagen auf freien Fuß gesetzt wurde, nachdem Charlottes Aussage endlich dem Gericht vorlag, ist ebenfalls ein Beweis, dass an dem Tatvorwurf nicht viel dran sein kann. Also gönne ich ihm gern seine Freiheit.
Entweder hat Charlotte wahrheitsgemäß ausgesagt, dass überhaupt nichts Strafbares passiert ist oder diese ganze Aussage ist in sich so unlogisch, dass man daraus auch beim besten Willen keine Anklage konstruieren kann.
Dass das Verfahren bis zur endgültigen Klärung weitergeführt werden muss ist ebenfalls klar.
Die Familie Marcos wird den Missbrauchsvorwurf mit Sicherheit nicht auf sich sitzen lassen und an einer umfassenden Aufklärung interessiert sein.
Im Interesse aller Beteiligten sollten am 1. April Marco, Charlotte und alle Zeugen vorgeladen werden.
Dann wird man auch Marco endlich vom erfundenen Tatvorwurf freisprechen müssen.
...er ist unschuldig, und es gibt Zeugenaussagen, die das belegen
und es gibt NICHTS, was das Gegenteil beweist, gar NICHTS !!
Immer noch von möglicher Schuld zu sabbeln und zu
babbeln,
grenzt an böswilliger Verleugnung !!!
Hört endlich damit auf, die Ehre des Unschuldigen
mit eurem Geschwätz zu besudeln !!!
bei allem was recht ist,
Marco wurde einer Vergewaltigung bezichtigt!
Der Prozess gegen ihn ist noch nicht zu Ende, er ist noch nicht freigesprochen.
Bei aller Freude und Staatsempfängen für einen der Vergewaltigung Angeklagten, sollte dies immer noch beachtet werden.
Klar - 8 Monate Haft ohne einen Vernünftigen Prozess ist zu lang, aber die Vorwürfe, die zur Inhaftierung führten sind auch nicht Kinderkram.
Hier sollten doch alle mal innehalten und sich überlegen wen sie da so in den Himmel heben.
Man stelle sich nur mal vor, er würde tatsächlich der Vergewaltigung überführt - was gäbe das für ein Geschrei!!!
Paging