Interview Daniela Schadt: "Meinen Beruf aufzugeben, war keine einfache Entscheidung"

Als handtaschentragende Präsidentenbegleiterin sieht sich Daniela Schadt nicht.

(Foto: dpa)

Die Lebensgefährtin von Joachim Gauck spricht mit der SZ über öffentliche Aufmerksamkeit, heikle Situationen auf der politischen Bühne und ihre Erwartungen an 2016.

Daniela Schadt hat eine Metamorphose erlebt: Einst arbeitete sie bei der Nürnberger Zeitung, heute ist sie die Frau an der Seite des Bundespräsidenten Joachim Gauck. "Meinen Beruf aufzugeben, war keine einfache Entscheidung", sagt sie. "Aber Lebensgefährtin des Bundespräsidenten und politische Journalistin - das lässt sich einfach nicht gut zusammenbringen." Trotzdem fehlt ihr manchmal ihr Beruf.

Als handtaschentragende Präsidentenbegleiterin sieht sie sich aber nicht, denn sie setzt sich mit ihren Schirmherrschaften in Deutschland und international aktiv für Kinder, Mütter und Väter ein, besucht soziale Einrichtungen und Projekte und befasst sich intensiv mit Bildungs- und Chancengerechtigkeit für Jugendliche. "Das bringt manchmal mehr öffentliche Aufmerksamkeit als ein guter Artikel je vermag."

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"Wir müssen uns 2016 ordentlich anstrengen"

Ihre politischen Ansichten äußert Daniela Schadt nach wie vor, aber nicht unbedingt auf der großen Bühne. In schwierige Situationen kommt sie dennoch, etwa bei einem Besuch in einer Schule in einem Flüchtlingslager in Jordanien. Ein junges Mädchen stand auf und fragte: "Warum kommt ihr eigentlich und guckt uns an, wie wir hier im Lager sitzen? Warum ist niemand gekommen, als uns die Bomben auf den Kopf fielen?" Daniela Schadt wusste nicht, was sie dem Mädchen antworten sollte. "Soll ich einem Kind, das im Krieg vielleicht Angehörige verloren hat, die komplizierte politische und militärische Gemengelage erklären?", sagt sie.

Dem neuen Jahr sieht sie mit einer Art gespannter Zuversicht entgegen. "2016 wird zweifellos vor allem politisch ein interessantes Jahr werden mit vielen Herausforderungen und wichtigen Entscheidungen, die getroffen werden müssen."

Dazu gehört auch die Frage, wie einige Menschen mit ihren Ängsten umgehen, die sie etwa aufgrund der hohen Anzahl an Geflüchteten in Deutschland haben. Daniela Schadt setzt auf Konfrontation mit diesen Ängsten, es geht ihr um die Begegnung, um Dialog. "Wir müssen uns ordentlich anstrengen. Im Leben wie in der Politik geht nicht immer alles voran wie auf der Autobahn. Dennoch bin ich sehr zuversichtlich, dass wir das meistern."

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