Sabine Wery von Limont gibt Parship-Mitgliedern als Single-Coach Hilfestellungen bei der Partnersuche. sueddeutsche.de hat mit der Diplom-Psychologin gesprochen.
sueddeutsche.de: Woher hat der Single sein Image? Wery von Limont: Das gegenwärtige Medienbild ist daran maßgeblich beteiligt. In Serien wie "Sex and the City" oder "Friends" etwa werden entsprechende Vorstellungen und Typologien transportiert. Mittlerweile ist aber ein Wandel zu beobachten: Der Single übernimmt Verantwortung. Statt nur nach Spaß zu suchen, widmet er sich Job, Sport, Abendgestaltung und Freunden. Hier stimmen Werbung und Realität oft überein.
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sueddeutsche.de: Ist das Singledasein eine moderne Lebensform? Wery von Limont: In gewisser Weise schon. Das Motto unserer Zeit ist "höher, schneller weiter". Wer so lebt, kommt nie zur Ruhe. Das gilt auch für die Beziehung. Die Partner fragen sich immer wieder: "Bin ich auch glücklich genug?" Das ist vermessen - aber eine Begleiterscheinung unseres Lifestyles. Ich gehe nicht mehr Wandern, sondern Raften. Denn ich will den Kick, und den will ich bitteschön auch in der Beziehung, und zwar auf Dauer. Funktioniert das nicht, sehe ich mich nach einer neuen Möglichkeit um, statt an der Partnerschaft zu arbeiten.
sueddeutsche.de: Erwarten wir zu viel von unseren Partnern? Wery von Limont: Manchmal. Mit der Autarkie der Frau sind auch die Ansprüche an die Männer gestiegen. Die Männer sind deshalb weniger zufriedener in ihren Beziehungen, als sie es früher waren. Sie sollen, je nach Bedarf, verschiedenste Funktionen übernehmen: Windeln wechseln, kochen, für die Kinder da sein, aber auch Geld verdienen, die Familie beschützen etc. Es gibt keine klar definierte Rolle mehr, und damit kommen Männer nicht klar.
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