Tag zur Abschaffung der Sklaverei Fußabdruck der Zwangsarbeit

Sklaverei ist kein Phänomen der Vergangenheit - auch heute werden Millionen Menschen unter unwürdigsten Verhältnissen zur Arbeit gezwungen und wie Ware gehandelt. Nun gibt es einen Rechner im Netz, der zeigt, wie viele Sklaven für unseren persönlichen Konsum schuften müssen.

Von Jutta Kranz

Sklaverei? Eine Sache aus der Antike. Oder zumindest noch aus der Zeit vor dem amerikanischen Bürgerkrieg. Offiziell ist Sklaverei tatsächlich längst abgeschafft. Doch der Eindruck, das Bewusstsein trügt. Noch heute schätzt die Organisation "terre des hommes" die Zahl der Betroffenen weltweit auf mindestens zwölf Millionen, diese Zahl wurde unlängst auch von den Vereinten Nationen bestätigt.

Wieviele Sklaven schuften für Sie? Die Webseite www.slaveryfootprint.org berechnet es.

(Foto: screenshot: slaveryfootprint.org)

Tatsächlich werden auch in der Gegenwart noch Menschen wie Ware gehandelt und zur Arbeit gezwungen. Die Definition: Unter Sklaverei versteht man heute verschiedene "Formen der Unfreiheit" wie Kinderarbeit, Zwangsprostitution und wirtschaftliche Ausbeutung. Am Schicksal der Betroffenen ändern die unterschiedlichen Begriffe nicht viel.

Um an das Leid dieser Menschen zu erinnern, hat die UN den 2. Dezember zum Internationalen Tag zur Abschaffung der Sklaverei gewidmet. Passend zu diesem Anlass bietet die Fair Trade Fund, eine Initiative zur Bekämpfung von moderner Sklaverei, auf ihrer Homepage die Möglichkeit, seinen persönlichen "Sklavenfußabdruck" berechnen zu lassen - die Zahl der Menschen, die für ihn indirekt als Sklaven arbeiten. Vergleichbar mit der Berechnung des CO2- Fußabdruckes wird hier anhand von Lebensgewohnheiten und Konsumverhalten eine Zahl generiert.

Glimmer aus Bergwerken, Baumwolle - gepflückt von Kindern

Sie ist erschreckend hoch: Im Durchschnitt liefern 25 Menschen unter unwürdigen Umständen Material für Sportartikel, Kosmetik und Elektronik. So bauen indische Kinder in Minen den Glimmer für das tägliche Make-up ab, asiatische Arbeiter pulen 20 Stunden am Tag Shrimps für den Krabbencocktail und auf usbekischen Feldern pflücken 1,4 Millionen Kinder Baumwolle für den neuesten Look.

Auch immer wieder für Partner von renommierten Marken wie Nike, Adidas oder H&M. Gerade Nike sieht sich immer wieder mit der Kritik konfrontiert, Ware mithilfe von Zwangsarbeit fertigen zu lassen. So wurde 2011 bekannt, dass Mitarbeiter der Tochterfirma Converse in Indonesien blutig gekratzt und mit Schuhen geschlagen wurden. Die überwiegend weiblichen Angestellten verdienten Medienberichten zufolge umgerechnet nur 36 Cent in der Stunde. Nach Bekanntwerden solcher Zustände geloben Unternehmen in der Regel Besserung.

Deshalb bieten die Verantwortlichen der Aktion Slaveryfootprint die Möglichkeit, bekannten Unternehmen eine vorgefertigte Nachricht zu schicken. Darin werden die Konzerne gebeten, ihre Zuliefererketten auf Zwangsarbeit hin zu überprüfen. Dahingestellt sei, ob den Unternehmen die Ausbeutung, die in ihrem Namen geschieht, tatsächlich nicht bewusst ist.