Indonesien Mehr als 3000 Menschen sterben nach Erdbeben

Die schwerste Naturkatastrophe seit dem Tsunami traf die indonesische Insel Java. Erst langsam wird das wahre Ausmaß der Zerstörung klar: Mindestens 3000 Menschen kamen ums Leben, mehr als 3400 wurden verletzt. Und es bleibt die Angst vor einem Vulkanausbruch.

Das Beben der Stärke 6,2 ereignete sich am Samstagmorgen um 05.54 Uhr Ortszeit, als viele Menschen schliefen. Bis zum Abend (Ortszeit) zählte die indonesische Regierung mehr als 3000 Tote.

Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte, die deutsche Botschaft in Jakarta stehe in Kontakt mit den Behörden. Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass Deutsche betroffen seien. Die EU kündigte Nothilfe von rund drei Millionen Euro an. Deutschland bot praktische Hilfe an. Der Präsident Indonesiens Susilo Bambang Yodhoyono sandte Soldaten ins Katastrophengebiet, um bei den Rettungsarbeiten zu helfen.

Ein Sprecher des Indonesischen Roten Kreuzes berichtete, dass immer neue Tote gemeldet würden. Zerstörte Straßen und Brücken behinderten die Rettungsarbeiten und den Transport Verletzer in Krankenhäuser. Auch deshalb wurde mit weiteren Toten gerechnet.

Banger Blick auf den Vulkan

"Bitte, sagt der Regierung in Jakarta, dass wir dringend Hilfe brauchen", lautete der Notruf aus dem Muhammadiyah-Krankenhaus in der zentralen Stadt Bantul. "Es gibt hier viele Tote, und die Häuser wurden dem Erdboden gleich gemacht. Viele Menschen müssen evakuiert werden." Die Notaufnahmen der Krankenhäuser waren völlig überlastet. Hunderte Verletzte lagen auf Plastikplanen, Strohmatten und Zeitungen im Freien.

Das Zentrum des Erdbebens lag unweit der Stadt Yogyakarta in der südlichen Mitte der Insel Java. In dieser Gegend liegt auch der Vulkan Merapi, der schon seit Wochen verstärkte Aktivität aufweist. Kurz nach dem Erdstoß schleuderte er eine Wolke aus heißen Gasen und Asche rund dreieinhalb Kilometer in die Luft.

Das Beben könne noch zu einer stärkeren Eruption des Vulkans führen, warnte das Ministerium für Energie und Bergbau. Beim letzten Ausbruch des Merapi 1994 kamen 60 Menschen ums Leben.

Das Chaos wurde verstärkt von Gerüchten, dass möglicherweise ein Tsunami bevorstehe. Obwohl keine Warnung erteilt wurde, flohen tausende Menschen an höher gelegene Orte. Die Erdstöße beschädigten nach Angaben der Regierung auch die Landebahn des Flughafens von Yogyakarta, der vorerst geschlossen wurde. Ferner brach in der Region die Stromversorgung zusammen, und die meisten Telefonnetze fielen aus.