Ein brennendes Wrack, zerstörte Gebäude und mindestens 90 Tote: Auf der Insel Java ist eine Militärmaschine mit 112 Insassen abgestürzt.
In Indonesien ist am Mittwoch ein Militärflugzeug vom Typ C-130 Hercules abgestürzt. An Bord waren 110 Menschen, neben der Besatzung Soldaten, deren Ehefrauen und zehn Kinder. Retter holten mehrere Menschen mit Brandverletzungen aus dem Wrack. Ein Luftwaffensprecher gab die Zahl der Todesopfer mit mindestens 90 an, zwei Menschen starben am Boden, als sie von den Flammen der Transportmaschine erfasst wurden. Das Wrack zerbarst und zerstörte nach Angaben örtlicher Behördenvertreter mehrere Gebäude.
Dicke Rauchwolken an der Unglücksstelle: Zu sehen ist das Heck des Militärflugzeugs, der Rest der Maschine ist ausgebrannt. (© Foto: AP)
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Nach Angaben des Luftwaffenkommandeurs der Region in Ostjava haben 15 Insassen das Unglück überlebt, fünf von ihnen mit leichten Verletzungen. "Wir sind noch dabei, Überlebende zu bergen", sagte einer der Helfer im Fernsehen. Soldaten waren zu sehen, die Schwerverletzte mit Brandwunden von der Unglücksstelle forttrugen und in Krankenhäuser brachten. "Viele Patienten haben sehr schwere Verletzungen und viel Blut verloren", berichtete eine Krankenschwester im TV. "Einige waren bewusstlos, als sie eingeliefert wurden."
Die Rettungsmannschaften waren am frühen Nachmittag mit Eisensägen vor Ort, um weitere Opfer zu bergen. Mehrere waren offenbar unter den Wrackteilen eingeklemmt.
Das Unglück ereignete sich im Bezirk Madiun in Ostjava, etwa 150 Kilometer südwestlich der zweitgrößten indonesischen Stadt Surabaya. Ersten Erkenntnissen zufolge seien 13 Besatzungsmitglieder und etwa 96 Passagiere an Bord gewesen.
Unglücksursache rätselhaft
Auch zur Ursache des Absturzes machte der Sprecher zunächst keine Angaben. Die Maschine war demnach in Jakarta gestartet und auf dem Weg in den östlichen Teil Javas.
Mehrere Augenzeugen sagten, das Flugzeug sei nach einer lauten Explosion in der Luft auseinandergebrochen. "Eine der Tragflächen ist abgefallen", sagte der Dorfbewohner Agus Yulianto laut Website der Tageszeitung Kompas. "Dann ist das Flugzeug im Sturzflug in die Häuser gestürzt." Über der Absturzstelle stieg dichter schwarzer Rauch auf. Freiwillige Helfer bemühten sich, die Flammen mit Wasser und Sand zu löschen.
"Vom Heck der Maschine ist ein etwa 15 Meter langes Stück noch intakt, aber der Rest ist zerbrochen und ausgebrannt", sagte der Chef einer lokalen Behörde.
Seinen Angaben zufolge war die Unglücksstelle schwer zu erreichen. Sie lag demnach etwa fünf bis sieben Kilometer von einem Luftwaffenstützpunkt entfernt. Militärpersonal sei auf der Suche nach den Opfern, sagte der Behördenvertreter.
Menschen versuchten die Brände mit Wasser zu löschen, das sie in Eimern anschleppten, wie der Fernsehsender Metro zeigte. In einem nahegelegenen Krankenhaus wurden Verletzte versorgt. "Wir behandeln hier vier Menschen mit Gehirnerschütterungen und Knochenbrüchen", sagte ein Arzt der Klinik der Nachrichtenagentur Reuters.
Die indonesische Luftwaffe hat in den vergangenen Jahren bereits mehrere Flugzeuge durch Abstürze verloren. Erst im April war eine Maschine vom Typ Fokker F-27 auf den Hangar eines Flughafens gestürzt. Keiner der 24 Insassen überlebte. Bei einer Serie weiterer Unglücke kamen in den vergangenen Jahren mehr als 120 Menschen ums Leben.
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(Reuters/AP/dpa/odg/af/hai)
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