Proteste nach Vergewaltigung in Indien Polizist erliegt seinen Verletzungen

Demonstranten und Polizisten in der indischen Hauptstadt Neu Delhi.

(Foto: dpa)

In der indischen Hauptstadt Neu Delhi ist nach gewalttätigen Protesten gegen eine Gruppenvergewaltigung ein weiterer Mensch ums Leben gekommen. Der Polizist war bei den Ausschreitungen am Wochenende schwer verletzt worden.

In Indiens Hauptstadt Delhi ist ein Polizist gestorben, den Demonstranten bei den massiven Protesten wegen der Vergewaltigung einer Studentin durch eine Gruppe von Männern verletzt hatten.

Der 47-jährige Polizist sei am vergangenen Sonntag von Demonstranten mit Steinen beworfen und geschlagen worden, sagte ein Polizeisprecher Rajan Bhagat. Der Beamte sei daraufhin ins Koma gefallen - und zwei Tage später seinen Verletzungen erlegen.

Bei Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und der aufgebrachten Menge waren am vergangenen Sonntag in Delhi insgesamt mehr als 50 Beamte verletzt worden. Die Polizei geht davon aus, dass Aufwiegler sich unter die Demonstranten gemischt und die Menge zur Gewalt angestachelt hatten.

Die Behörden sperrten wegen der Proteste weite Teile des Stadtzentrums. Regierungschef Manmohan Singh rief am Montag in einer Fernsehansprache zur Ruhe auf. Die Demonstranten warfen den Behörden vor, nicht genügend gegen Vergewaltigungen und andere sexuelle Übergriffe zu unternehmen.

Ausgelöst hatte die Proteste in Delhi und anderen Städten des Landes die Vergewaltigung einer 23-jährigen Studentin. Sechs betrunkene Männer waren am 16. Dezember in einem Bus über sie hergefallen und hatten sie nach der Vergewaltigung mit einer Eisenstange verprügelt und aus dem Bus geworfen.

Die Studentin wurde am Dienstag weiter auf der Intensivstation behandelt. Ihr Gesundheitszustand habe sich in der Nacht verschlechtert und sie habe weiter Atemprobleme, sagte ein Arzt des behandelnden Safdarjung-Krankenhauses. Die 23-Jährige sei mehrmals operiert worden.