US-Zahnarzt bedauert Tötung von berühmtem Löwen Sorry, Cecil!

  • Eines der bekanntesten Tiere des größten Nationalparks von Simbabwe ist tot: Löwe Cecil wurde von einem Hobby-Jäger erschossen.
  • Eine Naturschutzorganisation macht einen Zahnarzt aus den USA und einen Safari-Organisator verantwortlich. Der Löwe soll stundenlang gelitten haben.
  • Der Amerikaner sagt, er bedauere die Tötung: "Soweit ich weiß, war an dieser Reise alles legal."

Angeschossen, gejagt und erlegt - für 50 000 Dollar

Afrikas größten Löwen hat man ihn genannt. Als eine der Attraktionen des Hwange-Nationalparks war Cecil einer der berühmtesten. Man kann sich auf zahlreichen Youtube-Videos anschauen, wie er durch die Landschaft spaziert, wie er die Augen zukneift und dem Löwennachwuchs spielerisch in die Nase beißt.

Vor zwei Wochen wurde Cecil getötet. Nun macht eine Naturschutzorganisation in Simbabwe einen Hobby-Jäger aus den USA dafür verantwortlich. Walter Palmer, ein Zahnarzt aus aus Minnesota, habe auf der Suche nach einer Trophäe 50 000 Dollar an den Organisator von Safaris, Theo Bronkhorst, gezahlt, um den Löwen mit Pfeil und Bogen töten zu können, berichtete die Zimbabwe Conservation Task Force (ZCTF).

Palmer selbst teilte in einer inzwischen veröffentlichten Stellungnahme mit, dass er es "zutiefst" bedauere, das Tier getötet zu haben:

"Ich habe mehrere professionelle Führer engagiert, die alle erforderlichen Genehmigungen eingeholt haben. Soweit ich weiß, war an dieser Reise alles legal." Er habe nicht gewusst, dass Cecil eine "lokale Berühmtheit" war und ein Halsband zur Lokalisierung getragen habe, sondern sich ganz auf seine Führer verlassen. Bislang, so Palmer, hätte sich keine Behörde bei ihm gemeldet, weder aus Simbabwe noch aus den USA.

Vom Nationalpark-Gelände gelockt

Der tote Körper des 13-jährigen Löwen war Anfang des Monats auf einer Farm außerhalb des Parks entdeckt worden. Sein Fell war abgezogen, der Kopf fehlte. Eindeutig identifiziert wurde Cecil durch sein GPS-Halsband, das seine Verfolger offenbar vergeblich zu verstecken versucht hatten.

Laut ZCTF hatten Palmer und Bronkhorst den Löwen mit Hilfe eines an ihrem Wagen befestigten toten Tiers in der Nacht aus dem Nationalpark gelockt und zunächst vergeblich versucht, ihn mit Pfeil und Bogen zu erlegen. Cecil konnte demnach fliehen, Doch die beiden Männer spürten ihn schließlich nach einer 40-stündigen Verfolgungsjagd auf und erschossen ihn mit einem Gewehr.

Die Naturschutzaktivisten fürchten, dass Cecils Nachwuchs von einem Löwen namens Jericho getötet werden, dem nun ranghöchsten männlichen Tier. Safari-Veranstalter Bronkhorst und der Besitzer der Farm, auf der Cecils Kadaver entdeckt wurde, müssen sich von diesem Mittwoch an vor einem Gericht der Grenzstadt Victoria Falls wegen Wilddieberei verantworten. In der Ankündigung des Gerichts bleibt der US-Tourist unerwähnt.

Während Zahnarzt Walter Palmer auf Facebook und Twitter von Tierfreunden beschimpft und bedroht wird, gedenken andere des toten Löwen: