Hurrikan Matthew Nach dem Hurrikan grassiert in Haiti die Cholera

Mindestens 50 Menschen sind bereits gestorben, Hunderte weitere als Verdachtsfälle registriert. Die WHO versucht, die Epidemie mit einer Million Impfdosen einzudämmen.

In Haiti grassiert nach der Verwüstung durch Hurrikan Matthew die Cholera. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden in den vergangenen Tagen mindestens 200 Verdachtsfälle registriert. Aus dem Arrondissement Anse d'Hainault wurden bereits 50 Choleratote gemeldet; eine Mitarbeiterin der Hilfsorganisation Care spricht jedoch von 279 Fällen und mindestens zehn Toten im gesamten Département Grand'Anse.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schickte eine Million Impfdosen gegen Cholera in das Katastrophengebiet. Allerdings müssten noch weitere Schritte gegen die Ausbreitung der Seuche unternommen werden, teilte die WHO mit. "Das Wichtigste ist, die Menschen mit sauberem Trinkwasser zu versorgen und die Abwasserentsorgung zu verbessern", sagte WHO-Cholera-Experte Dominique Legros. Matthew hatte zahlreiche Flüsse über die Ufer treten lassen, die viele Außentoiletten und ganze Friedhöfe überschwemmten. Die verbliebenen Sanitäranlagen funktionieren oft schlecht und werden von sehr vielen Menschen genutzt. Auch sauberes Trinkwasser ist knapp. All dies bildet den Nährboden für eine schnelle Ausbreitung der Durchfallerkrankung, die zu Austrocknung und Tod führen kann.

Bei einer Cholera-Epidemie nach dem schweren Erdbeben 2010 waren etwa 800 000 Menschen erkrankt und mehr als 8500 Menschen gestorben. Es gilt als wahrscheinlich, dass damals nepalesische UN-Blauhelmsoldaten die Krankheit nach Haiti einschleppten.

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