Möglicherweise sind an den Folgen des jüngsten Hurrikans mehr Menschen gestorben als bislang angenommen: Durch die Flutkatastrophe sollen rund 10.000 Menschen ihr Leben verloren haben.

Die Folgen des Hurrikans "Katrina" sind noch katastrophaler als bislang angenommen.

Flutkatastrophe AP

Zwei Rettungskräfte fahren mit ihrem Boot durch die überfluteten Straßen von New Orleans auf der Suche nach Überlebenden. (© Foto: AP)

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Nach einem Bericht des Handelsblatts (Dienstagausgabe) rechnet die US-Regierung mit "10.000 Toten" in den von der Überschwemmung betroffenen Südstaaten.

Diese Zahl habe US-Botschafter William Timken bei seiner Unterredung mit Außenminister Joschka Fischer am Freitag gesagt, berichtet die Zeitung unter Berufung auf US-Regierungskreise.

Gesundheitsminister Michael Leavitt sprach laut CNN am Sonntag als erstes Mitglied der Regierung in Washington davon, dass die Zahl der Toten "in die Tausenden geht". Offiziell wurden in Louisiana und Mississippi bislang 200 Leichen entdeckt. Der Bürgermeister von New Orleans, Ray Nagin, geht in seiner Stadt von mehreren tausend Toten aus, die noch in den Häusern und Wohnungen lägen.

Die Suche nach Überlebenden der Katastrophe wird für die Retter unterdessen immer mehr zum Wettlauf gegen die Zeit.

Obwohl alle seine Männer bis zur totalen Erschöpfung arbeiteten, werde für viele Menschen die Hilfe zu spät kommen, sagte ein Offizier der Küstenwache dem US-Nachrichtensender CNN am Montag in New Orleans.

Bush besucht erneut Katastrophenregion

US-Präsident George W. Bush, dessen Krisenmanagement scharf kritisiert wurde, wollte am Montag zum zweiten Mal nach Freitag die Katastrophenregion besuchen und in Baton Rouge (Louisiana) zu den Menschen sprechen. Die früheren US-Präsidenten George Bush und Bill Clinton wurden CNN zufolge im Astrodome in Houston erwartet, wo 25.000 Flutopfer untergebracht sind.

Als Zeichen der Trauer über die Opfer von "Katrina" ließ Bush die Flaggen auf öffentlichen Gebäuden und Botschaften auf Halbmast setzen.

"Meine Jungs kommen in ein Haus und rufen mich an, dass ältere Leute im Bett liegen, heftig atmen und zu sterben drohen, und wir können nichts machen", sagte Küstenwachen-Hauptmann Bruce Jones laut CNN. "Wir erhalten Hilferufe, in denen es heißt 'Wir brauchen Sie, in unserem Hospiz liegen zehn Tote und zehn weitere Kranke liegen im Sterben'. Diese Leute haben wahrscheinlich gestern oder vorgestern noch gelebt." Die Küstenwache appellierte an die Menschen, die noch in ihren Wohnungen ausharren, diese mit farbigen oder weißen Kleidungsstücken zu markieren.

Abpumpen dauert drei Monate

Spezialisten gelang es in New Orleans unterdessen, einen auf knapp 100 Meter gebrochenen Damm am Kanal an der 17. Straße direkt am Pontchartrain- See zu reparieren. Es wird nach Expertenschätzungen bis zu drei Monate dauern, das Wasser aus dem Stadtgebiet abzupumpen.

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