"Isabel" hat an der Ostküste der USA mindestens 30 Menschen das Leben gekostet, Millionen bleiben tagelang ohne Strom.

Der Hurrikan Isabel hat der amerikanischen Ostküste zwar nur einen Kurzbesuch abgestattet, mit den Folgen werden die Bewohner aber noch lange zu kämpfen haben.

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Am Wochenende waren weiter etwa zwei Millionen Menschen ohne Strom, Trümmer versperrten Zufahrtsstraßen und nach den Überschwemmungen war in einigen Orten das Trinkwasser bakterienverseucht. In North Carolina, Virginia, Maryland und Delaware begannen umfangreiche Aufräumarbeiten. In einigen Regionen konnten die Rettungskräfte erst am Sonntagmorgen nach Rückgang des Hochwassers Vermisste suchen. Mindestens 30 Menschen kamen bei dem Sturm am Donnerstag um, 17 davon in Virginia.

Die meisten Todesopfer gab es bei Verkehrsunfällen infolge des Wirbelsturms. Andere Menschen wurden von umstürzenden Bäumen erschlagen oder ertranken. Am Wochenende wurden mehrere Menschen - auch Einsatzkräfte der Energieunternehmen - von blank liegenden Stromleitungen oder giftigen Abgasen benzinbetriebener Notstromaggregate getötet.

Zwischen den vorgelagerten Inseln von North Carolina, den Outer Banks, und New York war der Strom in zeitweise rund sechs Millionen Haushalten ausgefallen. Die Elektrizitätswerke meldeten Fortschritte bei den Bemühungen, die Häuser wieder an das Stromnetz anzuschießen. Zwei

Millionen Haushalte mussten jedoch am Wochenende noch ohne Elektrizität auskommen. Auch Telefonleitungen waren vielerorts gestört. Zeitweise bildeten sich lange Schlangen vor den Geschäften, in denen Trockeneis für lahm gelegte Kühlschränke, Trinkwasser und Batterien ausgegeben wurden. Zeitungen berichteten von zornigen Bürgern, die nicht verstehen wollten, warum auch Tage nach dem Hurrikan die Energieversorgung nicht funktionierte.

Am schwersten vom Stromausfall betroffen war Virginia, wo am Samstagabend noch knapp eine Million Haushalte von der Versorgung abgeschnitten war. Die Menschen gingen jedoch gut mit der Situation um, sagte ein Vizepräsident der Elektrizitätsgesellschaft Dominion Virginia Power, Jimmy Staton.

Mindestens 24 der 29 betroffenen Krankenhäuser seien wieder an die Stromversorgung angeschlossen.

Die Aufräumarbeiten für die Outer Banks kamen nur schleppend voran, weil der Wirbelsturm die einzige Straßenverbindung zum Festland beschädigt hat. Die Nationalgarde plante, die Insel Hatteras aus der Luft mit mobilen Küchen der Heilsarmee zu versorgen.

Weil die Küchen jedoch zu schwer für die Hubschrauber waren, sollten sie per Schiff auf die Insel gebracht werden. Auf Hatteras seien 300 Menschen isoliert, sagte der der Bezirksrat von Dare, Warren Judge. "Wir bringen Nachschub so schnell wie können", erklärte er. "Wir bringen Wasser, Benzin und Generatoren."

In Kitty Hawk zerstörte die Brandung mindestens drei Landungsstege und rund 25 Häuser in Strandnähe. In Newport News brachen zwei Brände aus, als der Strom wieder eingeschaltet wurde.

Auch in Washington normalisierte sich die Lage wieder. Dort war in der Nacht zum Freitag in rund einer Million Haushalte der Strom ausgefallen, hunderttausende waren auch am Samstag noch von der Versorgung abgeschnitten.

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(SZ vom 22.9.2003)