Hurrikan "Gustav" hat noch einmal an Kraft zugelegt und rast mit 235 Stundenkilometern auf die USA zu. Vor allem in New Orleans wächst die Angst.
Hurrikan "Gustav" hat am Samstag seinen tödlichen Zug durch die Karibik fortgesetzt und nimmt Kurs auf den Süden der USA. Nachdem er in den vergangenen Tagen bereits mehr als 80 Menschen in der Dominikanischen Republik, Haiti und Jamaika in den Tod gerissen hatte, dreht sich "Gustav" inzwischen mit 235 Stundenkilometern um sich selbst und bewegt sich schneller als zunächst angenommen auf Kuba und die USA zu.
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Vor den Bushaltestellen wachsen die Schlangen: Viele Menschen versuchen New Orleans möglichst schnell zu verlassen. (© Foto: AFP)
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Am Samstagabend stand der Sturm unmittelbar vor dem Erreichen der höchstmöglichen Stufe fünf. Das erklärte der Chef der US-Katastrophenschutzbehörde FEMA, David Paulison. Paulison sagte mehrmals, dass sich "Gustav" gerade zu einem Sturm der verheerenden Kategorie fünf entwickle.
"Gustav" ist der bisher stärkste Wirbelsturm dieses Jahres. Die Experten fürchten, dass der Hurrikan am Montag oder Dienstag auf die Südküste der USA treffen könnte.
Viele Menschen in New Orleans begannen bereits am Samstag, ihre Stadt fluchtartig zu verlassen. Auf allen Ausfallstraßen bildeten sich lange Autoschlangen. Zahlreiche verängstigte Menschen der 2005 verwüsteten Metropole in dem Bundesstaates Louisiana wollten nicht auf einen offiziellen Evakuierungsbefehl warten. Dort und im benachbarten Bundesstaat Mississippi waren vor drei Jahren durch "Katrina" etwa 1800 Menschen ums Leben gekommen. Zahlreiche Bewohner von New Orleans leben seit dem Sturm noch immer in notdürftigen Container-Unterkünften.
Am Samstagnachmittag (Ortszeit) prallten erste Ausläufer von "Gustav" mit etwa 230 Stundenkilometern in Kuba an Land: Über der vorgelagerten Insel Isla de la Juventud ging heftiger Regen nieder. In Kuba hatte die Regierung zuvor für mehrere Provinzen die höchste Alarmstufe ausgerufen. Nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur AIN wurden mindestens 240.000 Menschen vor dem herannahenden Sturm in Sicherheit gebracht. Sämtliche Inlandsflüge sowie die Zug- und Busverbindungen in die Hauptstadt Havanna wurden als Vorsichtsmaßnahme eingestellt.
Auch auf der Inselkette der Florida Keys wurden die Bewohner erneut vor schwerem Sturm gewarnt. Zuvor hatte "Gustav" noch die Kaiman-Inseln heimgesucht.
Schwere Zerstörungen hat der Hurrikan bereits auf Jamaika angerichtet. Premierminister Bruce Golding teilte mit, Brücken seien schwer beschädigt und etwa 150 Häuser zerstört worden. Zahlreiche Straßen waren nach Erdrutschen und Überschwemmungen blockiert. Das Stromnetz brach zusammen. Etwa 4000 Menschen wurden in Notunterkünfte gebracht. Golding bestätigte zudem den Tod von mindestens elf Menschen, weitere würden vermisst.
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(AP/dpa/beu)
Studie von UN-Kinderhilfswerk