Mit mehr als 190 Stundenkilometern fegte der Wirbelsturm "Dennis" über Florida hinweg. In fast 400 000 Haushalten fiel der Strom aus, doch Tote gab es nicht. US-Präsident Bush rief für Florida, Alabama und Mississipi "Katastrophenlage" aus. Mittlerweile hat der Sturm an Kraft verloren.
Gegen 5 Uhr mitteleuropäischer Zeit habe "Dennis" über dem US-Bundesstaat Alabama noch Windgeschwindigkeiten von rund 80 Stundenkilometer erreicht, berichtete der US-Nachrichtensender CNN unter Berufung auf das Hurrikan-Zentrum in Miami. "Dennis" bewege sich mit etwa 25 Stundenkilometern in nordnordwestliche Richtung.
Die Menschen in Florida fürchteten "Dennis" - und er brauste über den Südstaat hinweg (© Foto: AFP)
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Im Norden Floridas hatte "Dennis" schwere Überschwemmungen verursacht. Die Ortschaft St. Marks südlich der Hauptstadt Tallahassee stand noch Stunden, nachdem das gefährliche Sturmtief ins Landesinnere weitergezogen war, einen Meter unter Wasser. Von Mississippi bis Florida wurden zunächst keine Todesopfer gemeldet.
30 Todesopfer und Milliardenschäden
"Dennis" hatte in Haiti und Kuba rund 30 Menschen in den Tod gerissen. In Haiti wurden unterdessen fast alle 100 Menschen gerettet, die nach "Dennis" vermisst worden waren. Die meisten saßen nach offiziellen Angaben in der Stadt Grand Goave im Süden des Landes fest, nachdem dort am Donnerstag eine wichtige Brücke eingestürzt war. Die Wirtschaftsagentur Bloomberg zitierte Versicherungsexperten, die den Schaden auf drei bis acht Milliarden Dollar schätzten.
Das Auge des Sturms traf nach Angaben des Hurrikan-Zentrums in Miami um 20.25 Uhr MESZ zwischen Pensacola Beach und Navarro Beach auf Land. Das Gebiet im Nordwesten Floridas liegt nur etwa 80 Kilometer von den Städten, in denen der Hurrikan "Ivan" vor zehn Monaten eine Spur der Verwüstung hinterlassen hatte.
In Pensacola rissen die Sturmböen, die mit fast 200 Kilometern über die Küste fegten, Dächer ab. Vor laufenden Kameras krachte ein vier Meter breites schweres Reklameschild von einem hohen Pfosten auf die Straße.
In Crestview wurde das Dach eines Hotels wie der Deckel einer Sardinenbüchse hochgerollt. 100 Menschen, die dort Zuflucht gesucht hatten, wurden in der nahe gelegenen Grundschule in Sicherheit gebracht.
Im Golf von Mexiko hatte der Wirbelsturm zunächst deutlich an Kraft gewonnen und Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 230 Stundenkilometern erreicht.
An Land verlor "Dennis" jedoch wieder etwas von seiner zerstörerischen Wut. Insgesamt waren rund 1,8 Millionen Einwohner aufgefordert worden, ihre Häuser zu verlassen.
Betroffene Staaten erhalten Soforthilfen vom Bund
US-Präsident George W. Bush in drei Bundesstaaten die "Katastrophenlage" ausgerufen. Die Erklärung vom Sonntagabend gilt für Florida, Alabama und Mississippi. Damit haben die drei Staaten das Recht auf Soforthilfen vom Bund, zusätzlich zu regionalen und örtlichen Geldern. Eine genaue Summe nannte das Weiße Haus in Washington zunächst nicht.
Der Ort war vor rund zehn Monaten besonders schwer vom Hurrikan "Ivan" heimgesucht worden. Dieses Mal hatte sich der Sturm allerdings im Golf von Mexiko bereits abgeschwächt, so dass die US-Behörden ihn von der Stufe vier auf Stufe zwei der Hurrikan-Skala herabsetzten. Dennoch riss der Hurrikan "Dennis" Bäume aus, deckte Dächer ab und sandte heftige Regenfälle und kräftige Winde übers Land. Vielerorts fiel der Strom aus.
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(AP/dpa)
Studie von UN-Kinderhilfswerk