Von diesem Küchenkrieg hält Jack Brockbank gar nichts. Er setzt vielmehr auf den Wettstreit der Edlen, und in diesem Streit ist er der Schiedsrichter. Brockbank ist aus London angereist und steht nun in dunklem Nadelstreifenanzug und mit schwarzer Aktenmappe im Abu-Gosch-Restaurant. Als Gesandter des Guinness-Buches darf er den Rekord besiegeln und verkünden. Man kann sagen, dass er das ausgesprochen gerne tut, nicht zuletzt, weil er als Erster probieren durfte. "Ich habe mich ja gefragt, ob sie für die Quantität die Qualität opfern", sagt er, "aber dies ist der beste Hummus, den ich je gegessen habe." Zu Hause kauft er ihn oft im Supermarkt, "aber das hier ist wirklich etwas Besonderes". Die Libanesen werden das nicht gerne hören: Sie wollen Brockbank bald wieder in Beirut bewirten - zur Feier eines neuen Hummus-Rekordes natürlich. "Ich habe gehört, dass sie sich darauf schon vorbereiten", sagt Brockbank.
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Der Hummus gehört niemandem allein
Jawdat Ibrahim aber will sich davon nicht beeindrucken lassen. Er ist ein Mann des Ausgleichs, und ein Glückspilz obendrein. In einer US-Lotterie hatte er vor ein paar Jahren 23 Millionen Dollar gewonnen. Als reicher Mann ist er nach Abu Gosch zurückgekehrt und hat neben dem Restaurant auch eine Stiftung gegründet, die Friedensprojekte für jüdische und arabische Kinder unterstützt. Die vier Tonnen Rekordhummus sollen nun bedürftigen Familien zugute kommen, und das ganze Fest drumherum mit all den Reden und Liedern und Tänzen hat er im Zeichen der Versöhnung organisiert. "Wir alle lieben doch den Hummus", sagt er, bevor er zum Ende der Zeremonie weiße Tauben über dem gigantischen Teller aufsteigen lässt.
Den Weltrekord wollte er unbedingt in die Heimat holen, aber er wird auch nicht müde zu betonen, dass "der Hummus niemandem allein gehört". Deshalb macht er den Libanesen an diesem historischen Tag ein Friedensangebot: "Lasst uns den nächsten Hummus zusammen bereiten", sagt Jawdat Ibrahim. "Lasst uns zehntausend Kilo machen."
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"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
(SZ vom 09.01.2010)
Frauen in Saudi-Arabien