Mit einer Keuschheits-"Therapie will die katholische Kirche in Polen Schwule und Lesben von ihrer Homosexualität abbringen. Sie gilt unter Geistlichen als sündhafte Krankheit.
Homosexualität gilt im katholischen Polen vielen als Krankheit oder zumindest Sünde. So fühlen sich Lesben und Schwule oft genötigt, in speziellen Einrichtungen der katholischen Kirche Hilfe und Behandlung zu suchen. In einem unscheinbaren weißen Haus im südostpolnischen Lublin arbeitet ein solches Zentrum zur Therapie von Homosexuellen.
Gay Pride Parade in Warschau: Schwule und Lesben demonstrierten am 7. Juni in der polnischen Haupstadt für mehr Rechte. (© Foto: dpa)
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Es heißt "Odwaga" (Mut) und wird von der katholischen Stiftung "Licht-Leben" betrieben. Journalisten sind hier unerwünscht. Hinter diesen Mauern lernen Männer Fußballspielen, Frauen Kochen - und jeder Beten, um sein Kreuz zu tragen.
"Das Ziel ist nicht, den Patienten zu ändern oder umzupolen. Das Ziel ist, ihn darauf vorzubereiten, seine Neigung zu akzeptieren", sagt die Warschauer Psychologin Lena Wojnowicz, die für "Odwaga" arbeitet. "Er muss akzeptieren, dass Gott ihn so geschaffen hat. Das ist eine Bedingung, die ihm auferlegt wurde", sagt die Therapeutin, die auf ihrem schwarzen Pullover selber eine Kette mit einem sehr großen Kreuz trägt.
Das sinnvolle Leiden Christi
Die Patienten müssten davon überzeugt werden, dass sie die Wahl hätten, erläutert Wojnowicz weiter: zwischen einem Leben der Lust in Sünde und einem christlichen Leben auf Grundlage der Keuschheit.
"Das ist ein Leiden, das für Christen einen Sinn hat, ein Leiden, dem man sich jeden Tag aufs Neue stellen muss." Der Mensch sei in der Lage zu erkennen, was wirklich wichtig für ihn ist, sagt die Psychologin. "In diesem Fall ist er fähig, all seine Gefühle zu überwinden."
Die Standard-Therapie von "Odwaga" dauert sehr lange. Im ersten Jahr verbringen die Teilnehmer ein Wochenende pro Monat in einer Unterstützungsgruppe im Zentrum in Lublin. Anschließend sind 20 Stunden Gruppentherapie pro Monat vorgeschrieben. Die Therapie leiten Psychologen, von denen viele auch Priester sind. Im Haus in Lublin gibt es eine kleine Kapelle zum Beten und für die Kommunion.
Zur Unterstützung der Therapien bietet "Odwaga" Gruppen für Mütter, Väter und Ehefrauen von Homosexuellen an. Auf ihrer Website (www.odwaga.oaza.pl ) veröffentlicht die Organisation zahlreiche Berichte von Therapie-Teilnehmern, um den Erfolg der Behandlung zu belegen. Niemand von ihnen möchte allerdings offen mit Journalisten sprechen.
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Ich weiß nicht, ob das schon Leuten aufgefallen ist, aber ich habs so noch nicht gelesen bei den Kommentaren, von daher schreibe ich meinen Gedanken kurz.
Ich empfinde nämlich die Argumentationsweise als sehr erschreckend, weil sie ja nicht gegen die Homosexualität an sich angeht, das ist ok, das akzeptieren wir, weil "mensch = von gott = ok", aber das verhalten müsse ja der Mensch selbst bestimmen, da "mensch = selbstbestimmt". Deswegen schwul sein ok, ausleben nein. Das allein ist schon schlimm und anmaßend genug, weil man zwar die "anlagen" als solche akzeptiert, gegen gott lässt sich halt schlecht was sagen, aber zumindest das verhalten des menschen, das reißt sich die Kirche dann schon gerne selbst unter den nagel, da ist dann nix mehr mit "von gott bestimmt".
Dann gehts aber weiter, und zwar, dass beispielsweise die Homosexualität eben die besondere Last des Menschens sei, und sich quasi in der Verweigerung der von Gott aufoktroyierten "Lustbereitschaft" die wahre Gottgefälligkeit ergibt. Ist das nicht ein wenig vermessen? Zu behaupten, Schwule seien durch "ihr hartes Los" so etwas wie von Gott auserkoren, und wenn sie durchhalten, gibts einen besonders kuschligen Platz auf Wolke 7, wenns soweit ist?! Mit derselben Unverschämtheit wird ja auch von Katholiken desöfteren für eine gottgewollte Existenz von schlimmsten Behinderungen argumentiert, wobei natürlich hier schon wieder die nächste Falle lauert, nämlich dass Behinderte wohl in der Regel ihre Situation als zunächst unangenehm empfinden, Homosexuelle ihr Leben aber meistens ganz ok. Aber die Kirche, ich weiß, geht davon aus, dass beides gleich große Leiden sind, weswegen für beide "Bereiche" auch ähnlich argumentiert wird. Dass nämlich die Herausforderung darin bestünde, den gegebenen "Aufgaben" entgegenzutreten, und durch die Auseinandersetzung Gott zu erkennen. oder so ähnlich . Schwachsinn, wirklich.
... logischerweise also wenn man daran glaubt hat er dann auch Homosexualität erschaffen.
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Homosexuell = katholisch krank ? Finde ich nicht verwunderlich , der Vorgang braucht seine Zeit. Schließlich ist für gläubige Katholiken die Erde erst auch erst seit Mitte des letzten Jahrhunderts keine Scheibe mehr...
ob Polen wirklich reif für die EU und ihre freiheitlichen Werte ist.
Hört sich an wie im katholsichen Gottesstaat Polen. Wußte es ja schon immer: Polen ist der Iran im Herzen Europas.
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