Der Trauzeuge einer Hochzeit in Australien steht vor einer besonders emotionalen Zeremonie: Im Bräutigam schlägt das Spenderherz seines getöteten Sohns.
Für Kostas Gribilas und seine Verlobte wird das gemeinsame Glück schwer fassbar sein, wenn sie sich kurz nach Weihnachten das Ja-Wort geben werden: Die Hochzeit der beiden Australier kann nur stattfinden, weil in Gribilas ein Spenderherz schlägt.
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Trauzeuge der Zeremonie in Sydney ist kein Verwandter, sondern ein besonderer Freund: der Australier Oliver Zammit. Das implantierte Herz des Bräutigams ist das Herz von Zammits verstorbenem Sohn.
Doujon Zammit wurde 2008 im Alter von 20 Jahren während eines Griechenland-Urlaubs von Türstehern in einer Bar zusammengeschlagen. Wenig später erlag er seinen Verletzungen in einem Athener Krankenhaus. Die Familie des "klinischen toten" Sohnes hatte die Geräte abschalten lassen und der Organentnahme für eine Transplatation zugestimmt.
Völlig zufällig erhielt ein Landsmann das Herz des getöteten Australiers. Denn Kostas Gribilas der seit seinem elften Lebensjahr in Griechenland lebt, wurde auf dem fünften Kontinent geboren.
"Tausend Dankeschön an die Eltern"
Freundschaften zwischen Hinterbliebenen des Spenders und dem Empfänger eines Spenderorgans sind äußerst selten. Normalerweise bekommen sie einander nicht zu Gesicht.
Doch die beiden Männer hatten sich nach dem tragischen Tod des Sohnes und der Transplantation über die Medien kennengelernt und wurden Freunde. "Ich lebe heute nur, weil Doujon Organspender war", sagte Gribilas der australischen Presse. "Ich schulde seinen Eltern Tausend Dankeschön."
Die große Hochzeit von Gribilas und seiner Verlobten war eigentlich viel früher geplant. Doch als Gribilas schwer herzkrank wurde, konnte nur eine Nothochzeit in Athen stattfinden. Dank der Herzspende kann nun die große Hochzeit in Sydney nachgeholt werden.
Gegen einen an der tödlichen Schlägerei beteiligten Türsteher der Bar auf Mykonos wird im Januar der Mordprozess beginnen.
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(sueddeutsche.de/dpa/kred/abis)
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