Nach dem Hochwasser kehrt in Bayern und Österreich allmählich Ruhe ein. Indes gibt es in Osteuropa immer mehr Opfer der Wassermassen.

Während die Pegelstände an den bayerischen Flüssen langsam wieder zurückgehen, kämpfen vor allem osteuropäische Länder mit starkem Regen und Hochwasser. Insgesamt kamen in den vergangenen Tagen in Tschechien und Polen mindestens elf Menschen ums Leben.

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Glück gehabt: Im niederösterreichischen Weißenkrichen in der Wachau hat die Flut keine Menschenleben gefordert. Ganz anders in den Nachbarländern Tschechien und Polen. (© Foto: dpa)

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Die weitere Bilanz: Zahlreiche Verletzte, überflutete Häuser, verwüstete Straßen und Ernteverluste.

Schwere Unwetter über Mittel- und Osteuropa. In Rumänien lösten Blitzeinschläge Brände aus, mehrere Menschen wurden verletzt. Auch in Polen haben Überschwemmungen den Verkehr behindert und Häuser überflutet.

Opferzahl steigt rapide an

Sechs Menschen sind in Tschechien ertrunken, in vier weiteren Fällen konnten die Rettungsdienste die Patienten bei Herzattacken wegen des Hochwassers nicht mehr rechtzeitig erreichen. Im Laufe des Donnerstags war die Zahl der Toten von Anfangs einer Frau, die in Novy Jicin (Neutitschein) im Osten des Landes in einen Fluss gestürzt war, rapide angestiegen. Weitere Menschen werden noch vermisst.

Die Überschwemmungen hinterließen zudem schwere Schäden. Der tschechische Ministerpräsident Jan Fischer kündigte nach einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrats an, bis zu 1000 Soldaten für den Wiederaufbau in die betroffene Region zu schicken. Die Regierung stellte unterdessen umgerechnet 2,1 Millionen Euro für eine Soforthilfe bereit.

Im Süden Polens waren vor allem die Städte Bielsko-Biala und Czechowice-Dziedzice betroffen. Auch im Nordosten des Landes gab es nach einem intensiven Regen Überschwemmungen in Olsztyn (Allenstein) und Ostroda (Osterode). Ein Mann ertrank in einem Hochwasser führenden Fluss in der Gegend von Ropczyce.

Kirschenernte verhagelt

In der rumänischen Hauptstadt Bukarest wurden vier Menschen von einem Blitz getroffen, als sie vor einem Gewitter Schutz unter einem Baum suchten - eine Frau schwebt in Lebensgefahr. Zwei Häuser brannten nach einem Blitzschlag aus.

In Deutschland und Österreich sprechen Experten unterdessen weitgehend von Entwarnung: Im Süden Deutschlands und in Österreich richtete der tagelange Dauerregen zwar mitunter massive Sachschäden an. Doch man ist mit einem blauen Auge davongekommen. Viele Flüsse führten zuletzt Hochwasser, am Donnerstag entspannte sich die Lage aber wieder. In Südbayern haben die Unwetter vor allem die Kirschen- und Erdbeerernte verhagelt. Rund 80 Prozent der Freiland-Kirschen im Bodenseegebiet seien zerstört, heißt es. Auch bei den Erdbeeren gebe es große Ausfälle.

Kunstschätze in Gefahr

Nach dem Abklingen der sintflutartigen Regenfälle in Österreich sei "das Schlimmste wohl überstanden", sagte ein Meteorologe im ORF. In Wien begann am Donnerstag die Evakuierung des Albertina-Museums. Nach dem Dauerregen hatten Sensoren auf die erhöhte Feuchtigkeit reagiert. 950.000 Kunstwerke wurden vorübergehend ausgelagert.

In den nächsten Tagen soll das Wetter auch im Norden Deutschlands turbulent werden. Zwischen tiefem Luftdruck über Südosteuropa und dem Skandinavienhoch Corina strömt sommerlich warme, aber auch schwüle Luft nach Deutschland. "Somit muss man zumindest bis zum Wochenende in weiten Teilen des Bundesgebiets mit Schauern und Gewittern rechnen, die örtlich unwetterartig ausfallen können", sagt Susanne Danßmann vom Wetterdienst Meteomedia. Vollkommen scheint auch die Hochwassergefahr im Süden nicht gebannt zu sein: Denn bei neuerlichen Gewittern könnten wieder große Regenmengen fallen. Die Erde ist durch die Niederschläge der vergangenen Tage kaum mehr aufnahmefähig.

Der Freitag beginnt von Niedersachsen bis nach Sachsen und nordöstlich davon oft stark bewölkt. Hier und da regnet es. Im Lauf des Vormittags lockern die Wolken mehr und mehr auf, die Sonne kommt durch, aber später bilden sich kräftige Schauer und Gewitter. Im übrigen Land scheint nach Auflösung örtlicher Nebelfelder die Sonne etwas häufiger, nur im Bergland fallen einzelne Schauer und Gewitter.

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(dpa/Reuters/ojo/vw)