Hitzewelle in Deutschland Wochenende der Extreme

Im Südbadischen messen die Meteorologen die höchste Temperatur Europas: 38,6 Grad. Das reicht jedoch nicht ganz, um den Rekord von 2003 zu knacken. Mit der Hitzewelle gehen heftige Gewitter einher. Bei Badeunfällen kommen mehrere Menschen ums Leben.

Deutschland schwitzt: Es ist das bislang heißeste Wochenende des Jahres. Mit 38,6 Grad wurde im südbadischen Rheinfelden (Kreis Lörrach) am Samstag die höchste Temperatur in ganz Europa gemessen. Zwar habe die gesamte Republik unter der Sahara-Hitze gelitten, aber so schweißtreibend wie in der Stadt an der Schweizer Grenze sei es am Samstag nirgendwo sonst gewesen, teilte der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mit.

Besonders belastend wird die Hitze, wenn die Temperaturen auch über Nacht nicht sinken. 25,8 Grad machten den Menschen in Kubschütz in Sachsen (Kreis Bautzen) in der Nacht auf Sonntag zu schaffen. Der für Sonntag in der Lausitz und Bayern erwartete Rekordwert von etwas über 40 Grad werde aber doch nicht erreicht, sagte DWD-Meteorologin Dorothea Paetzold. "Die Bewölkung ist schneller gekommen als erwartet", erklärte Paetzold. Dennoch sei es bisher das heißeste Wochenende 2013 gewesen. Vor zehn Jahren, im August 2003, haben Meteorologen in Freiburg und Karlsruhe den Spitzenwert von 40,2 Grad gemessen. (Hier eine Tabelle mit allen Höchsttemperaturen für Orte in Deutschland)

Mehrere Tote bei Badeunfällen

Auch in diesem Jahr gehen mit der Wärme wieder zahlreiche Badeunfälle einher. Ein 42-Jähriger ist in Garbsen (Region Hannover) am Samstag aus noch ungeklärter Ursache beim Schwimmen gestorben, wie die Polizei Hannover mitteilte.In bayerischen Seen und Flüssen sind am Wochenende sechs Menschen ums Leben gekommen.

Hagelkörner mit acht Zentimeter Durchmesser

Erst die Hitze, dann der Sturm: Mit den Extremtemperaturen gehen heftige Gewitter einher. Ein heftiges Unwetter mit Hagel ist am Samstagabend über die Region Hannover gezogen und hat vielerorts für Schäden gesorgt. Im Bereich Peine etwa wurden in manchen Ortsteilen laut Polizeiangaben 30 bis 40 Prozent der Dächer stark beschädigt oder sogar zerstört. Schon jetzt seien die Dachdecker im Dauereinsatz.

Im Stadtgebiet von Hannover und Bremen kam es wegen des Gewitters ebenfalls zu Schäden und vermehrten Einsätzen. Viele Straßen - auch die Autobahn 2 - waren zeitweise nur schwer befahrbar oder mussten sogar gesperrt werden. In Sehnde (Region Hannover) war die Feuerwehr nach eigenen Angaben rund 60 Mal im Einsatz, um Straßen von umgestürzten Bäumen zu räumen. Tennisballgroße Hagelkörner zerschlugen Dachziegel und verbeulten Autos, teilte die Feuerwehr mit. Mehrere Menschen seien von Hagelkörnern mit bis zu acht Zentimetern Durchmesser verletzt worden, sie mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

Ab Mittwoch wird es wieder heißer

Der Deutsche Wetterdienst warnt auch für Sonntag vor Unwettern - vor allem im Norden Deutschlands, speziell im Harz und dessen Vorland. "So ein schweres Unwetter wie vergangene Nacht wird es aber wohl, wenn überhaupt, im Südosten Deutschlands geben", sagte eine Sprecherin.

Neue Woche, neue Hitze? Zeit zum Runterkühlen und Durchatmen bringt lediglich der Wochenbeginn: Mehrere Gewitter sollen am Montag für sinkende Temperaturen sorgen, die Thermometer werden wohl nicht über 27 Gradsteigen, so die Prognose. Von Mittwoch an wird es dann allmählich wieder heißer.