Frankreich befürchtet mehrere tausend Hitze-Tote. Die Feuer in der südportugiesischen Ferienregion Algarve rückten weiter vor und versetzten zahlreiche Touristen in Angst. In Spanien brachen neue Brände aus, auch in Italien und der Schweiz brannte es.

Frankreich

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Die Gesundheitsbehörden in Frankreich befürchten als Folge der extremen Hitze-Periode bis zu 3000 Todesfälle im ganzen Land. Diese Zahl als Folge der "Jahrhundert-Hitze in Verbindung mit der Luftverschmutzung" erscheine "plausibel, besonders bei sehr alten und schwachen Menschen", sagte der Abteilungsleiter im Gesundheitsministerium Lucien Abenhaïm der Tageszeitung "Le Monde". Besonders betroffen ist der Großraum Paris, wo nach Angaben des größten französischen Bestattungsunternehmens die Todesfälle seit Anfang August um 49 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zugenommen haben. Gesundheitsminister Jean-François Mattei nannte die Lage "außerordentlich ernst".

Um den Notstand bei Krankenhäusern und Bestattungsunternehmen zu beheben leitete Premierminister Jean-Pierre Raffarin am Mittwochabend einen Notplan für den besonders schwer betroffenen Großraum Paris ein. Mit diesem Plan, der für Seuchen, Naturkatastrophen und Anschläge gedacht ist, kann das gesamte verfügbare Hilfspersonal im Gesundheitswesen mobilisiert werden.

Portugal

In der Algarve ging über der Stadt Lagos ein Ascheregen nieder und überraschte die Badenden an den Stränden. Die Regierung in Lissabon wollte die Ferienregion wegen der Brände zum Katastrophengebiet erklären. Für die Urlauberzentren an der Küste bestehe aber keine Gefahr, hieß es. Am Donnerstag entspannte sich die Lage leicht.

Nach Angaben der Feuerwehr breiteten sich die Flammen wegen eines Rückgangs der Temperaturen und einer gestiegenen Luftfeuchtigkeit weniger rasch aus. Nun bestehe die Chance, die Brände unter Kontrolle zu bekommen, sagte ein Sprecher.

Spanien

In Spanien brachen im Nordosten des Landes im Hinterland der Costa Brava mehrere neue Brände aus. Fast 3000 Menschen mussten nach Angaben der Behörden aus ihren Wohnungen in Sicherheit gebracht werden.

Italien

Auch auf der italienischen Insel Sardinien entflammten erneut Wald- und Buschbrände. Die Feuerwehr ging mit Löschflugzeugen gegen ein Feuer bei Olbia an der Nordostküste vor. In der Gegend machen viele prominente Urlauber aus Italien Ferien. Auch bei Imperia an der Ligurischen Küste und im Piemont brannte es. Zugleich gingen erste Gewitterschauer über Norditalien nieder. Sie brachten aber zunächst nicht die erhoffte Abkühlung. In weiten Teilen Italiens blieb es weiter fast 40 Grad heiß.

Beim bislang schwersten Waldbrand in der Schweiz in diesem Sommer sind im Kanton Wallis in einer Nacht zum Donnerstag rund 450 Hektar Wald zerstört worden. Rund 250 Menschen aus der Umgebung mussten vorsorglich ihre Häuser verlassen.

Niederlande

Andere Sorgen gibt es in den Niederlanden. Mit Meerwasser soll dort verhindert werden, dass in Teilen des Landes an der Küste das Grundwasser als Folge der anhaltenden Dürre gefährlich tief absackt. Bei Gouda wurden am Donnerstag erstmals Schleusen geöffnet, durch die stark salzhaltiges Wasser in die bisher fast nur von Süßwasser gefüllten Systeme fließt. Der Zustrom des salzigen Wassers soll nach Angaben der Behörden vor allem verhindern, dass im dicht besiedelten Gebiet zwischen Rotterdam und Amsterdam der Boden absackt und Deiche einbrechen.

(sueddeutsche.de/ dpa)

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