Der Staat auf der Insel Hispaniola ist einer der instabilsten der Region. Erst im Februar 2004 wurde der damalige Präsident Jean-Bertrand Aristide nach blutigen Unruhen aus dem Land vertrieben.

Haiti ist mit 27 750 Quadratkilometern kleiner als das Bundesland Brandenburg. Hauptstadt des 1804 als erstes Land Lateinamerikas in die Unabhängigkeit entlassenen Staates ist Port-au-Prince mit nahezu 900 000 Einwohnern.

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Die politische und wirtschaftliche Dauerkrise hat aus der einst reichen französischen Kolonie das Armenhaus Amerikas gemacht. Rund 80 Prozent der 8,1 Millionen Einwohner leben am Rande des Existenzminimums, zweistellige Inflationsraten machen selbst Grundnahrungsmittel für viele unbezahlbar.

Die Lebenserwartung liegt bei nur 51,6 Jahren, die Kindersterblichkeit ist hoch. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 460 US-Dollar pro Kopf, in Deutschland ist es 53-mal höher.

Als nach 30-jähriger Diktatur der Familie Duvalier und der Militärs der frühere Armenpriester Jean-Bertrand Aristide 1990 zum Präsidenten gewählt wurde, hofften die Menschen auf eine Verbesserung ihrer Lage.

Wirtschaftliche und politische Fortschritte blieben jedoch aus. Die Opposition warf dem im Februar 2004 nach blutigen Unruhen außer Landes getriebenen Aristide vor, mit Korruption und Machtmissbrauch das Land weiter ins Elend gestürzt zu haben.

Immer wieder wurde Haiti von schweren Unwettern getroffen. Erst im Mai starben bei Sturzfluten fast 1200 Haitianer. Beim Durchzug des Wirbelsturms "Gordon" 1994 wurden 830 Menschen getötet, 1998 kostete Hurrikan "Georges" mehr als 150 Haitianer das Leben.

Wegen der kompletten Entwaldung des Landes sind Naturkatastrophen in Haiti besonders verheerend. Fast der komplette Baumbestand wurde als Brennmaterial vernichtet.

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(dpa)