In Asien ist am Mittwoch eine Rekord-Sonnenfinsternis zu sehen. Sie wird die längste totale Finsternis des 21. Jahrhunderts sein.
Die echten Astro-Freunde sind längst eingetroffen; sie verschicken schon die ersten begeisterten Reiseberichte im Internet und rüsten sich für das Großereignis des Jahres. Am Mittwochmorgen nach mitteleuropäischer Zeit wird in Teilen Asiens die längste totale Sonnenfinsternis des 21. Jahrhunderts zu sehen sein - nicht nur für Hobbyastronomen die Krönung. In Shanghai, wo man die Wirkung des Mondschattens immerhin fünf Minuten lang erleben kann, sind manche Hotels längst ausgebucht. Reisende aus aller Welt finden es faszinierend, in einer der größten Metropolen der Welt Augenzeuge der Finsternis zu werden.
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Eine totale Sonnenfinsternis hatte im August 1999 auch das österreichische Neunkirchen verdunkelt. Ob die Finsternis, die am Mittwoch in China stattfindet, auch so gut zu sehen sein wird, hängt vom Wetter ab. (© Foto: Reuters)
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Auch in anderen Städten Asiens sind die Aussichten auf das von Westen nach Osten ziehende Naturschauspiel glänzend - vorausgesetzt das Wetter spielt mit. Zu sehen ist die Sonnenfinsternis auch in Teilen Indiens, Nepals, Butans, Chinas, Japans und im pazifischen Raum, wo auch der Maximalpunkt liegt: Im Eniwetok-Atoll, das zu den Marshall-Inseln zählt, dauert die Totalität sechs Minuten und 39 Sekunden lang.
Die meisten Touristen aber haben es vorgezogen, nach China zu fliegen, wo internationale Reiseveranstalter Exkursionen auf Kreuzfahrtschiffen, Inseln oder auf dem Yangtse-Fluss anbieten. "Niemand von uns wird lange genug leben, um so etwas noch mal zu erleben", sagt Federico Borgmeyer vom deutschen Reisebüro Eclipse City. Der US-Astrophysiker Fred Espenak nennt die Finsternis am 22. Juli schlicht "das Monster".
1,5 Millionen Pilger erwartet
Einige Unternehmen nutzen das Ereignis vor allem, um damit Geld zu verdienen. Das Reiseunternehmen Cox and Kings mietete eine Boeing, die am Mittwoch vor Sonnenaufgang in Neu Delhi starten und der Sonnenfinsternis in 12.500 Metern Höhe folgen wird. Alle 21 Fensterplätze auf der Sonnenseite wurden verkauft - für jeweils 1200 Euro. Weniger kommerziell wird es in der nordindischen Stadt Kurukshetra zugehen.
1,5 Millionen Pilger werden dort erwartet, die sich von einem Bad unter verdunkelter Sonne geistige Freiheit erhoffen. Traditionell werden Sonnenfinsternisse in Indien und China mit gemischten Gefühlen betrachtet: einerseits als Wunder, andererseits als schlechte Vorzeichen. Das sehen die Sofi-Touristen sicher ganz anders - sie wollen den Blick auf den Strahlenkranz der Sonnenkorona, die sonst vom grellen Licht der Sonne verdeckt ist, auf keinen Fall verpassen. Schließlich wird die nächste Sonnenfinsternis mit ähnlich langer Wirkung erst im 22. Jahrhundert erwartet.
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(SZ vom 21.07.2009/abis)
Studie von UN-Kinderhilfswerk
da in Shanghai das Wetter bedeckt war und am 2.8.2027 im ägyptischen Luxor eine SoFi-Länge von 6:23 Minuten garantiert ist, werde ich als Rentner dorthin reisen. Zumal in Ägypten das Wetter auch zuverlässig sein wird und nicht typisch asiatisch schwül-regnerisch.
Federico Borgmeyer vom deutschen Reisebüro Eclipse City wird da falsch zitiert oder macht irreführend Ansagen. Der möchte natürlich jetzt Reisen verkaufen und nicht 2027.
Die paar Sekunden mehr der tatsächlichen Maximaldauer hat sich wohl niemand auf Iwo Jima oder einem Schiff im Pazifik angesehen. In Shanghai wären es nur 6 Minuten gewesen.
...hätte jetzt geschrieben:
Chuck Norris verpasst dem Jahrhundert-Monster einen Roundhousekick!
:-)
Jahrhundertmonster? Oh mein Gott, Angela Merkel verdeckt die Sonne???
auf derart merkwürdige Überschriften gut verzichten. Wenn ich mir andererseits das Niveau vieler Forumsbeiträge ansehe, ist wohl doch eine gehörige Anzahl von Lesern diverser Revolverblätter hier unterwegs, die eben darauf anlockt. Für einen kostenfreien Internet-Dienst zählt halt gerade die Werbung, die übers klicken potentiell an den Mann/die Frau gebracht wird.
Die Einflussnahme auf diverse Postings scheint mir aber zumeist nachvollziehbar. Ich habe zwar den Eindruck, dass man bei Kritik an Israel bzw. dem Zentralrat der Juden in Deutschland in vorauseilendem Gehorsam dünnhäutiger ist, als notwendig oder gerechtfertigt, aber ansonsten konnte ich es durchaus nachvollziehen, soweit ich die Originalversion noch zu sehen bekam.
Mein bislang einziger gelöschter Kommentar war auch noch halbwegs auf die oben beschriebene Thematik zurückzuführen.
Aber mir erscheint es, als nähmen viele Poster zwar gerne die SZ ins Gericht, wenn sie ihrem (erwarteten) Standard nicht gerecht wird, sind aber andererseits in ihren Beiträgen nicht bereit, sich auch nur annähernd daran zu halten.
Andererseits ist primär der Forenbetreiber gemäß richterlicher Entscheidung für die Inhalte verantwortlich und haftbar, nicht der Poster, weshalb das Eingreifen unabdingbar ist, - auch wenn man m. E. gelegentlich zu vorsichtig agiert. Die Erfahrung zeigt aber, dass es in der Masse immer wieder dieselben sind, die insoweit in ihre Schranken gewiesen werden.
(Sorry, dieser Beitrag geht natürlich am Artikel selbst vorbei!)
Sehe ich ähnlich. Ich mache zunehmend die Beobachtung quer durch alle Online-Medien, daß man mit effektheischenden Überschriften versucht, Leser auf Artikel aufmerksam zu machen. Die Online-Welt funktioniert aber etwas anders. Dieses der Bild-Zeitung entlehene Verhalten zeigt immer wieder erschreckend deutlich, wie wenig die neuen Medien verstanden werden. Andererseits: Was erwarten wir von einem Internetauftritt, bei dem man von 8 bis 18 Uhr Posts schreiben kann, die - völlig unabhängig von der Bedeutung des Inhalts - eher willkürlich zensiert werden, sobald irgend ein Zensor ein Wort falsch interpretiert?
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