Herzogin Catherine ist schwanger England im Freudentaumel

Gerüchte gab es schon länger, jetzt die offizielle Bestätigung aus dem Buckingham Palace: Prinz William und seine Ehefrau Catherine erwarten ihr erstes Kind. Die frohe Kunde wird jedoch überschattet - die 30-Jährige muss den Angaben zufolge derzeit in einem Londoner Krankenhaus behandelt werden.

Von Johanna Bruckner und Lena Jakat, London

Als Prinz lernt man früh, seine wahren Gefühle zu verbergen. Und so machte William in der vergangenen Woche routiniert indifferente Miene zum guten Spiel, als er beim Besuch in Cambridge einen Strampler geschenkt bekam. "Daddy's little co-pilot" hatte Samantha Hill, selbst junge Mutter, auf die Brust gestickt - als Anspielung auf Williams Beruf als Hubschrauberpilot.

Seit heute darf sich der 30-Jährige nun ganz offiziell - und offen - freuen. Der Buckingham Palace hat die Vaterfreuden des britischen Prinzen bestätigt. "Ihre königlichen Hoheiten, die Herzogin und der Herzog von Cambridge, freuen sich sehr mitzuteilen, dass die Herzogin von Cambridge ein Kind erwartet", heißt es auf der Webseite des royalen Paares. Die Familien der werdenden Eltern seien "hocherfreut über die Neuigkeit".

Dass der Palast Catherines Schwangerschaft gerade jetzt bestätigt, hat offenbar einen ernsten Hintergrund: Die 30-Jährige werde derzeit in einer Londoner Klinik mit einer schweren Form von Morgenübelkeit behandelt, heißt es weiter. Diese mache eine zusätzliche Flüssigkeits- und Nährstoffzufuhr nötig. Weil die Schwangerschaft in einer sehr frühen Phase sei, werde die Herzogin vermutlich "einige Tage im Krankenhaus bleiben". Anschließend werde sie sich eine Zeit ausruhen und schonen müssen.

Alle Augen auf Kates Bauch

Trotz der Sorge um Catherines Gesundheit - die Briten sind vor allem in heller Aufregung über die frohe Kunde so kurz vor Weihnachten. Hatten sie diese Nachricht doch seit der Hochzeit des britischen Thronfolgers in spe mit seiner bürgerlichen Langzeitfreundin Kate Middleton herbeigesehnt.

Am 29. April 2011 hatte sich das Paar in der berühmten Westminster Abbey das Jawort gegeben. Zu den Ehrengästen, die während der Trauung dabei sein durften, zählten neben dem europäischen Hochadel die Beckhams, Sänger Elton John und "Mr. Bean"-Darsteller Rowan Atkinson. Nach der Vermählung fuhren die Frischgetrauten in einer Kutsche zum Buckingham Palace. Auf den Straßen wurden sie von Hunderttausenden Schaulustigen bejubelt.

Seit jenem April-Tag wurde der Bauch der gertenschlanken Herzogin von der Yellow Press mit Teleobjektiven beobachtet. Immer wieder kamen Gerüchte auf, Catherine sei guter Hoffnung. Zuletzt hatte eine ehemalige Schulkameradin einem australischen Klatschblatt gesagt, die 30-Jährige habe "wunderbare, gute Neuigkeiten", die sie im Dezember mit der Weltöffentlichkeit teilen werde.

Wasser statt Wein für die werdende Mama? Wann immer Catherine in den vergangenen Monaten ein nicht klar als alkoholisch identifizierbares Getränk zu sich nahm, wurde über eine Schwangerschaft der Herzogin spekuliert. Das royale Paar bei ihrem Asien-Besuch Anfang September

(Foto: Getty Images)

Britische Presse im Baby-Taumel

Entsprechend euphorisch feiert die britische Boulevardpresse nun die Bestätigung der Schwangerschaft. "Baby-Glück für Will und Kate" titelt die Sun, "Kate Expectations", witzelt die örtliche Ausgabe der Huffington Post - in Anlehnung an eines der berühmtesten Werke der britischen Literatur: den Charles-Dickens-Roman "Great Expectations", Große Erwartungen. Selbst der seriöse Guardian widmet dem Ereignis einen Live-Blog - und holt eine mehr als 30 Jahre alte, ähnliche Meldung aus dem Archiv: die von der Schwangerschaft Prinzessin Dianas.

Vergleichsweise nüchtern meldet hingegen die Daily Mail in Anlehnung an das offizielle Statement: "Herzog und Herzogin von Cambridge geben 'hocherfreut' bekannt, ein Baby zu erwarten." Ein ob dieser unerwarteten Zurückhaltung enttäuschter Yellow-Press-Leser präsentiert dem Blatt umgehend einen Alternativvorschlag, wie man ihn von der Daily Mail eher erwarten würde: "Dieser heiße Fötus scheint die Kurven am rechten Fleck zu haben - auch wenn sein Lymphsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist", heißt es auf dem Blog von Twitter-Nutzer @MrMichaelSpicer.

In die allgemeine Vorfreude stimmt allzugern auch die hohe Politik mit ein: Was gibt es Besseres, um von der Euro-Krise und anderen Problemen abzulenken, als ein Baby? Mag sich Großbritanniens Premier David Cameron denken und twittert William und Kate warme Worte: "Sie werden wundervolle Eltern sein."

Erste Untertanen fragen sich im Netz schon, ob ihnen das #royalbaby einen extra Feiertag beschert. Während sich feministische Royalisten - insofern das keine völlige Antithese ist - freuen, dass die reformierte Thronfolgeregelung erstmals zum Einsatz kommen wird, sollte das royale Baby weiblichen Geschlechts sein. "Ich hoffe, Kate bekommt ein Mädchen, jetzt, da die Thronfolgegesetze gleichberechtigt sind", twittert etwa @KellyBlakey.

Auch über den Namen des neuen Windsors wird schon eifrig debattiert - allen voran in den Wettbüros. Klassische Namen stehen hoch im Kurs: für ein Mädchen Mary oder Victoria, für einen Jungen John, Charles, George oder Frances. Auch Diana, den Namen von Williams verstorbener Mutter, haben die Anbieter auf dem Zettel. Darüber hinaus können die Briten auf die Umstände der Geburt (Tag und Uhrzeit) tippen - und natürlich die Taufpaten. Vielleicht wird aus Party-Prinz Harry ja bald Pate Harry?

William und Catherine dürften sich darüber vorerst keine Gedanken machen. Wie alle Eltern werden sie hoffen, dass ihr Nachwuchs gesund zur Welt kommt. Und ob nun Mädchen oder Junge: Einen passenden Strampler hat das Royal Baby schon - Samantha Hill aus Cambridge sei Dank.