Die Straßen Berlins könnten erneut zum Schauplatz im Rockerkrieg werden: 70 Bandidos-Sympathisanten sind zu den verfeindeten Hells Angels übergelaufen. Rache liegt in der Luft.
Der Berliner Motorradklub Hells Angels, der in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert, zieht mit neuen Rekruten in den Kampf der Rocker. Eine Gruppe namens El Centro, eigentlich ein Unterstützerklub der Bandidos, ist geschlossen zu den Höllenengeln übergelaufen. Etwa 70 Mann sollen die Seiten gewechselt haben. Die Aktion bringt neues Konfliktpotential in den seit Jahren schwelenden Streit im Rockermilieu.
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Neues Kapitel im anhaltenden Rockerkrieg: Nachdem 70 Bandidos-Anhänger die Seiten wechselten, drohen Vegeltungsaktionen. (© Foto: ddp)
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Die Polizei der Hauptstadt vermutet Racheakte und hat daher die Beobachtung der rivalisierenden Gruppen nach eigenen Angaben verschärft. So überwachten Beamten die Umgebung mehrerer Klubhäuser der Rocker in Berlin und Potsdam.
Dies sei vorsorglich geschehen, weil nach dem Überlaufen so vieler Mitglieder eine Neuauflage eines Rockerkrieges in der Region befürchtet werde, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte. Zu Auseinandersetzungen sei es bisher jedoch nicht gekommen.
Die Beamten können die Beweggründe der Deserteure nicht nachvollziehen: "Dass ausgerechnet diese Truppe, die den Hells Angels eine solche Schmach sowohl physisch als auch moralisch zugefügt hat, bei den Hells Angels unterkommen kann, ist nicht nachvollziehbar", wird ein Kriminalbeamter in der Berliner Morgenpost zitiert.
Mitglieder von El Centro müssen sich nach Angaben der Zeitung derzeit vor Gericht dafür verantworten, ein Angels-Führungsmitglied mit einer Machete angegriffen und dabei verletzt zu haben.
"Bandidos vergeben nie"
In Berlin und vielen anderen Bundesländern liefern sich die zwei Gruppen seit Jahren blutige Auseinandersetzungen. Es geht um Macht, Geld und Einfluss - Geschäfte werden vornehmlich im Rotlichtmilieu und im Drogenhandel gemacht.
In den Reihen beider Banden befinden sich viele Straftäter. Immer wieder kommt es zu Gewalt- und sogar Mordtaten. Zuletzt wurde ein Mann in Duisburg auf offener Straße erschossen.
Auch in Berlin kam es in der Vergangenheit bereits mehrfach zu Morden im Rockermilieu. Die Fahnenflucht könnte nun neues Öl in den stetig schwelenden Konflikt gießen und Vergeltungsaktionen nach sich ziehen. Auf der Internetseite der Berliner Bandidos heißt es schon mal "Gott vergibt - Bandidos nicht".
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(sueddeutsche.de/dpa/kred/jobr)
Studie zur Beliebtheit der Deutschen
Vereinigungen können auch dann verboten werden, wenn ihr Zweck oder ihre Tätigkeit den Strafgesetzes zuwiderlaufen.
Man muss sich aber fragen, was mit dieser Kriminalisierung gewonnen wäre im Vergleich zu den heute schon fast alltäglichen Prozessen gegen einzelne "Rocker" wegen gefährlicher Körperverletzung o.ä.
Na klar, eigentlich ist heutzutage alles verfassungsfeindlich, vor allem nachdenken.
Juristisch ein schwieriges Terrain aber vielleicht sollte wirklich mal über ein Verbot beider "Rocker"Gangs nachgedacht werden. Verfassungsfeindlich dürfte deren Handeln doch in jedem Fall sein.