Am frühen Morgen des 28. September 2008 hatten die Gäste der Diskothek "Empire" in Linz schon einiges getrunken. Einige Besucher aus dem ehemaligen Jugoslawien gerieten wegen einer Kleinigkeit in Streit und begannen, aufeinander einzuprügeln. Zum Schluss lag ein 21-Jähriger tot am Boden. Die Täter waren schnell ermittelt und geständig, Anklage wurde erhoben. Am Finger des Toten fand die Spurensicherung die DNS des Phantomfrau. "Da wussten wir, etwas kann hier nicht stimmen", sagt Rudolf Keplinger, der Leiter des Landeskriminalamts Oberösterreich. Keiner der Täter und Zeugen hatte eine Frau gesehen. Der Verdacht fiel auf die Wattestäbchen, die man in Österreich von vier Herstellern bezog. Die deutschen Kollegen wurden informiert und nun begann man sich auch hier Gedanken zu machen.
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Tatort Heilbronn: Nach der Ermordung einer ihrer Kolleginnen begeben sich die Polizisten auf Spurensuche. Doch das, was sie hier im April 2007 finden, führt sie in die Irre. (© Foto: dpa)
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Wenig später, im Februar 2009, zog das LKA Stuttgart die Ermittlungen an sich, offiziell begründete man dies mit den 16.000 Überstunden, die bei den Fahndern in Heilbronn aufgelaufen waren. Intern aber wusste die Polizei wohl bereits, dass die Arbeit vieler Jahre wahrscheinlich umsonst gewesen war. Am vergangenen Donnerstag traf bei der Staatsanwaltschaft Saarbrücken das Ergebnis einer DNS-Untersuchung ein, die die ganze Sache mit dem Phantom wohl endgültig zum Einsturz brachte.
Im französischen Forbach, wenige Kilometer von Saarbrücken, war im Jahr 2002 eine stark verkohlte Leiche gefunden worden. Vor wenigen Wochen bekam die Polizei einen Hinweis, dass es sich bei dem Toten möglicherweise um einen Asylbewerber handelte, dessen Fingerabdrücke in der Kartei der Polizei lagerten. Weil aber die Fingerkuppen des Toten so verkohlt waren, brachte man das Blatt mit den Abdrücken ins Labor, in der Hoffnung, dass der Asylbewerber damals ein paar Hautschuppen oder Speichel hinterlassen habe, man also einen DNS-Abgleich mit dem Toten machen könnte. Was man fand, war nur die DNS der angeblichen Phantommörderin. Als die Kriminaltechniker das Blatt mit dem Wattestäbchen eines anderen Herstellers absuchten, fanden sich keine Spuren mehr.
Ermittler in drei Ländern suchen nun nicht mehr nach einer Frau, die sich an 40 Tatorten aufhielt, die Morde beging und angeknabberte Kekse zurückließ. Sie suchen nach 40 verschiedenen Tätern und müssen ganz von vorne anfangen.
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"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
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(SZ vom 27.03.2009)
Kapitalabzug aus Südeuropa
ich könnt mich totlachen. Die völlig sichere DNA-Analyse und dann sowas...
Medien & Justiz hätten sie an den Pranger gestellt -
obwohl unschuldig!
Selbst (und auch) die SZ berichtete immer wieder -wie in einem Krimi- von dem Phantom.
Gestern noch in Ischgl - heute wieder im Saarland.
Teile dieses Artikel sind reine Kopien aus dem SZ- Archiv!
Wäre die "Täterin" durch einen dummen Zufall DNA- technisch überprüft worden, Journalisten und Staatsmacht wären mit aller Härte vorgegangen.
Der Fall Manichl lässt grüßen!!!
Der Technik insgesamt die Schuld zu zuschieben, von allen www-feindlichen aus den pädagogischen & jouristischen gleichmacher Schichten zeugt davon,
nicht erkannt zu haben, dass die Technik vom Menschen erschaffen wurde.
Genauso wie §§ in irgendwelchen Gesetzen!
Beides ist zu hinterfragen - jeden Tag aufs Neue...!
Und wie viele wurden schon zu unrecht verurteilt, weil man zu technikgläubig war?!
Fakt ist nach einer Sendung von XY-ungelöst, dass man nach der Phantom-Mörderin suchte und das Zeugenaussagen plötzlich von einem Mann sprachen. Nun kann man sich ja schon verkleiden, aber es gab weitere Widersprüche, die in der Sendung angesprochen wurden. Umso blamabler ist der Vorgang. Allerdings muss auch berücksichtigt werden, dass bei zukünftigen Kriminalfällen die Widersprüche der Angeklagten zunehmen werden, was die Sicherheit der Methode einengen könnte.
"Seit Februar untersuche man deshalb die Möglichkeit der "Fremdkontamination" der Tatortspuren."
Ich habe im öffentlichen Fernsehen irgendwann vor vielen Monaten jemanden sagen hören, dass seiner Meinung nach die Ursache in mit genetischem Material belasteten Handschuhen oder ähnlichen Labormaterialien liegen muss.
Das ist wirklich sehr peinlich für unsere Polizei und man sollte das zum Anlass nehmen deren generelle Technikgläubigkeit mal zu hinterfragen.