Hehlerei Polizei entdeckt John Lennons gestohlene Tagebücher

John Lennon im November 1966.

(Foto: dpa)
  • In Berlin hat die Polizei einen Mann festgenommen, der im Verdacht steht, gestohlene Objekte aus dem Nachlass von John Lennon verkaufen zu wollen.
  • Dabei geht es unter anderem um einige Tagebücher des Ex-Beatles, wie Generalstaatsanwaltschaft und Polizei mitteilten.
Von Renate Meinhof

Damals, vor gut zehn Jahren in New York, da war es das, was man eine Schlammschlacht nennt, oder ein Melodram, wie man es sehen will. Es war die Auseinandersetzung zwischen John Lennons Witwe Yoko Ono und dem Mann, der ihr zehn Jahre lang als Chauffeur zu Diensten gewesen war. Koral K. heißt er, ein türkischer Staatsbürger. Es ging um Diebstahl und Erpressung. K. hatte Yoko Ono sogar mit dem Tod gedroht. Intimes wollte er veröffentlichen, Fotos, Videos, Yoko Ono im Nachthemd, zum Beispiel, und das war wohl noch das Harmloseste.

Er kam in Untersuchungshaft, saß ganze 60 Tage. In der New York Times konnte man damals lesen, wie Koral K. seine Rolle sah: Er sei viel mehr gewesen, als nur ein Fahrer. K. der Handwerker, der Krankenpfleger, der Bodyguard. K. der Liebhaber. Er sei durch seine Dienstherrin immer wieder erniedrigt und sein Selbstwertgefühl zerstört worden. Seine Ehe sei in die Brüche gegangen und so weiter und so fort. Aufgrund eines Deals, dem Ono zugestimmt hatte, kam K. auf Kaution frei und verließ das Land.

Doch verschwunden blieb, was aus Onos Wohnung in Manhattan gestohlen worden war, nämlich Gegenstände aus dem Nachlass John Lennons, seine Brille zum Beispiel, seine Tagebücher.

Dass das Geschehen von einst ausgerechnet in Berlin seine Fortsetzung finden würde, hat wohl niemand geahnt. Dass das Diebesgut in der Bundeshauptstadt auftauchen würde, auch nicht.

Das Diebesgut war schon vor drei Jahren "in der Szene" aufgetaucht

Am frühen Morgen nahmen Beamte des LKA, Abteilung Kunstkriminalität, einen 58-jährigen mutmaßlichen Hehler in seiner Wohnung fest. In dessen PKW seien noch andere Dinge aus dem Nachlass des Beatles-Sängers gefunden worden. Ein weiterer Beschuldigter, so teilte die Polizei mit, "lebt in der Türkei und ist für Strafverfolgungsmaßnahmen nicht greifbar".

Ist dieser Mann Koral K.? Der einstige Chauffeur? Martin Steltner, Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, sagt der SZ: "Ich würde das nicht dementieren."

Dann hat K. also doch noch versucht, über einen Mittelsmann ein bisschen Geld aus seinen Dienstjahren bei Yoko Ono herauszuschlagen? Jedenfalls war das Diebesgut schon vor drei Jahren "in der Szene" aufgetaucht, wie Staatsanwalt Steltner es formuliert. Aber erst in diesem Jahr habe man wegen des Verdachts des Betruges und der Hehlerei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Insgesamt hat das LKA 80 Gegenstände sicher gestellt.

Und war John Lennons Witwe in die Ermittlungen mit einbezogen? "Es hat eine Zusammenarbeit gegeben", sagt Martin Steltner knapp. John Lennon, der 1980 in New York Opfer eines Attentates wurde, hatte seinen Besitz seiner Frau Yoko Ono hinterlassen.

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