Unfälle, gesperrte Autobahnen und Bahnstrecken: Eine Schneefront hat den Verkehr in weiten Teilen Deutschlands lahmgelegt. Auch Flüge wurden gestrichen.

Mit teils kräftigen Schneefällen hat das Tief Jennifer in weiten Teilen Deutschlands für Unfälle und Sperrungen von Autobahnen gesorgt. Betroffen war nahezu die ganze Bundesrepublik.

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Dichtes Schneetreiben wie sorgte in weiten Teilen Deutschlands für Chaos auf den Straßen. (© Foto: dpa)

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Besonders Lastwagen hatten mit der weißen Pracht zu kämpfen, gerieten auf schneeglatten Straßen immer wieder ins Rutschen und verursachten zahlreiche Unfälle. Dabei kamen zwei Menschen ums Leben. Streu- und Räumfahrzeuge kamen nur schwer voran.

In Bayern zog am frühen Morgen eine Schneefront von Nord nach Süd. Durch starken Wind kam es zu Schneeverwehungen von bis zu einem Meter Höhe. Wie die Polizei mitteilte, waren vor allem auf die Autobahnen betroffen. Dort kamen die Räumdienste den Schneemengen teilweise nicht mehr hinterher.

Besonders die Autobahnen A 9 nördlich von München sowie die A 93 waren betroffen. In Franken und Teilen der Oberpfalz wurden Gefahrguttransporter gebeten, den nächsten Parkplatz anzufahren. Auch der Bahnverkehr wurde beeinträchtigt: Zu Problemen und Verspätungen kam es vor allem im Allgäu und in Unterfranken.

Viele Inlandsflüge ausgefallen

An Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main wurden wegen der Schneefälle rund 80 Flüge gestrichen. Auf dem Münchner Flughafen fielen rund 60 Flüge aus. "Die meisten von ihnen hätten an ihren Zielorten ohnehin nicht landen können", sagte ein Flughafensprecher zu sueddeutsche.de.

Auch der Osten Deutschlands blieb nicht verschont: Auf der A 9 in der Nähe von Jena legte ein Massenunfall mit fünf Lastwagen den Verkehr stundenlang lahm, wie die Polizei mitteilte. Die Lastwagen waren auf glatter Straße ineinander gefahren und hatten sich verkeilt. Sie lagen zum Teil quer über alle drei Fahrspuren und blockierten die Autobahn Richtung Berlin. Ein Lkw-Fahrer kam dabei ums Leben.

Nur zehn Kilometer weiter starb ein Mann bei einem weiteren schweren Unfall. Daran waren drei Lkw und zwei Autos beteiligt. Bei Schneeverwehungen in der Uckermark blieb ein Lastwagen auf der Bundesstraße zwischen Strasburg und Pasewalk stecken. Am Morgen war die Straße noch immer gesperrt.

Bahn-Oberleitung gerissen

In Nordrhein-Westfalen führten Schnee und Glätte in der vergangenen Nacht zu insgesamt 226 Unfällen. 32 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

Auf der Autobahn A 1 bei Hagen im Ruhrgebiet ging in der Nacht über Stunden nichts mehr. Wie die Polizei mitteilte, war ein Lastwagenfahrer am späten Mittwochabend mit seinem Wagen ins Schleudern geraten und umgekippt, weil er auf glatter Fahrbahn zu schnell unterwegs gewesen war. Ein weiterer Lkw konnte nicht mehr bremsen und stieß mit dem quer zur Fahrbahn liegenden Lastwagen zusammen. Die Autobahn blieb rund um die Unfallstelle bis in die frühen Morgenstunden voll gesperrt.

In Hamburg riss eine Oberleitung für Fernzüge der Bahn, die durch das kalte Wetter in Mitleidenschaft gezogen worden war, bei der Rangierfahrt eines unbesetzten Fernzuges. Die Strecke zwischen dem Hauptbahnhof und dem Bahnhof Dammtor war stundenlang gesperrt, es kam zu zahlreichen Verspätungen. Wie viele Züge ausfielen und wie viele Passagiere warten mussten, war zunächst unklar. Die Strecke ist relativ stark befahren - unter anderem die ICE-Verbindung Hamburg-München und Verbindungen von Hamburg Richtung Nordsee waren betroffen.

KZ-Gedenkstätte überflutet

Zugleich verursachten steigende Temperaturen in der Hansestadt zahlreiche Rohrbrüche. Insgesamt musste die Hamburger Feuerwehr 55 Mal wegen geplatzter Wasserleitungen ausrückten, sagte ein Sprecher. "Das Eis hat die Leitungen überdehnt. Nun entstehen drastische Lecks", erklärte der Sprecher.

In Rahlstedt musste ein Einfamilienhaus komplett geräumt und ausgepumpt werden. Eine defekte Wasserleitung im Dachgeschoss machte das Haus unbewohnbar. In der KZ-Gedenkstätte Neuengamme lief der Bürotrakt voll Wasser. Ausstellungsstücke wurden dabei nach bisherigen Erkenntnissen nicht beschädigt.

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(sueddeutsche.de/dpa/AFP/kat/gal)