Havariertes Atomkraftwerk Radioaktiv verseuchtes Wasser ausgetreten

Gefährliche Pannenserie: Mehr als 120.000 Liter radioaktiv verseuchtes Wasser sind bisher schon in japanischen Boden versickert - und am havarierten Atomkraftwerk Fukushima gibt es immer wieder neue Vorfälle.

Erneuter Zwischenfall am Katastrophen-Atomkraftwerk Fukushima: Beim Umleiten von radioaktiv verseuchtem Wasser aus einem Sammelbecken seien Rohre geplatzt, teilte der Betreiber Tepco mit. Die Flüssigkeit sei im Erdreich versickert.

Es ist das vierte Leck, das innerhalb von weniger als einer Woche bekannt wurde. Über das Wochenende waren zunächst rund 120.000 Liter radioaktiv verseuchtes Wasser aus zwei Sammelbecken ausgelaufen. Anschließend wurde in einem weiteren Becken ebenfalls eine undichte Stelle entdeckt. Auch das Kühlsystem brach zweimal zusammen in den vergangenen Wochen.

Die Arbeiter wurden nach eigener Darstellung angewiesen, unter Hochdruck neue Behälter für das kontaminierte Wasser zu bauen, vor allem weil der verfügbare Speicherplatz knapp werde. "Uns wurde gesagt, dass es ein Notfall ist und dass wir den Bau der Wassertanks beschleunigen müssen, egal wie", sagte ein Arbeiter, der sich offiziell gegenüber den Medien nicht äußern darf, "Es gibt eine Menge provisorische Reparaturen. Sie hangeln sich von einer notdürftigen Reparatur zur nächsten."

Im März waren vier Kühlbecken für 30 Stunden ausgefallen, nachdem eine Ratte einen Kurzschluss in der Schaltanlage verursacht hatte. Die Katastrophe von Fukushima vor zwei Jahren war das folgenschwerste Atomunglück seit dem Unfall von Tschernobyl im Jahr 1986. Damals mussten 160.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Die Lage in Fukushima gilt seit Dezember 2011 offiziell als stabil, doch die Anlage bleibt äußerst anfällig für Pannen.