Auf Druck der japanischen Regierung weigert sich die Mannschaft des havarierten Walfangschiffs, Hilfe von einem Greenpeace-Boot anzunehmen.
Auf dem durch einen Brand schwer beschädigten Walfangschiff haben Besatzungsmitglieder am Sonntag versucht, die Maschine wieder in Gang zu bringen. Sollte dies gelingen, will das Walforschungsinstitut ICR, zu dem das Schiff gehört, eine Entscheidung treffen, ob die "Nisshin Maru" den Walfang fortsetzt oder zur Reparatur nach Japan zurückkehrt.
Das alfangschiff "Nisshin Maru" vor dem Brand (© Foto: dpa)
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Die neuseeländische Seenotrettungsbehörde teilte mit, mittlerweile seien zwei weitere Schiffe in dem Gebiet eingetroffen, die dem Havaristen helfen könnten.
An Bord des Schiffes befinden sich Chemikalien zur Verarbeitung von Walfleisch sowie Schweröl. Befürchtet wird, dass die giftigen Stoffe auslaufen könnten - was eine Umweltkatastrophe zur Folge hätte. Der Walfänger befindet sich im so genannten Ross-Meer in der Nähe von Kap Adair, einer der weltweit größten Brutstätten für Pinguine.
Ein bei dem Brand verunglücktes Besatzungsmitglied wurde mittlerweile an Bord tot geborgen. Ein Hilfsangebot der Umweltschutzorganisation Greenpeace, deren Schiff "Esperanza" sich in der Nähe des Walfängers befindet, schlug dessen Besatzung erneut aus. Die Seeleute dürfen aufgrund eines Verbots des japanischen Fischereiministeriums keine Schlepphilfe von der "Esperanza" annehmen.
Die Greenpeace-Aktivistinnen Regine Frerichs und Karli Thomas sagten per Satellitentelefon an Bord der "Esperanza", es müsse alles getan werden, um die Überlebenden des Feuers so schnell wie möglich in Sicherheit zu bringen. Packeis treibe auf den Havaristen zu. Jede Sekunde, die das Walfangschiff unnötig in dem Unglücksgebiet bleibe, gefährde weitere Menschenleben. Die Tierschützer von Greenpeace bedauerten zugleich den Tod des 27-jährigen japanischen Seemanns.
Nach Greenpeace-Angaben wurde das havarierte Fabrikschiff durch den Brand offenbar weit stärker beschädigt als von den japanischen Behörden bislang angegeben. Der Besatzung sei es nicht gelungen, die Maschine zu starten. Zur Versorgung des Schiffes mit Elektrizität seien Leitungen von einem längsseits liegenden Walfänger und einem Versorger zur "Nisshin Maru" gelegt worden.
Ein direkter Funkkontakt mit dem Havaristen sei nicht möglich. Das Schiff habe noch immer leichte Schlagseite. An Bord befinden sich 500.000 Liter Schweröl und weitere 800.000 Liter Heizöl.
Die Walfangflotte jagt die riesigen Säuger angeblich "zu wissenschaftlichen Zwecken", denn nur dann erlauben Gesetze den Abschuss. Laut Frerichs, die seit Jahren gegen den Walfang kämpft, landet das Walfleisch in Wirklichkeit in den Tiefkühltruhen japanischer Supermärkte.
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(sueddeutsche.de/AFP)
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Wieso gibt es zu so etwas keine Debatte im UNO-Sicherheitsrat mit anschließender Verabschiedung einer Resolution? Hier scheint doch tatsächlich eine ernstzunehmende und von der internationalen Gemeinschaft abwendbare Gefahr für einen Teil des Planeten auszugehen. Könnte man folglich nicht die störrische Haltung Japans völkerrechtlich überstimmen und bei fortschreitender Weigerung Sanktionen verhängen? Ich meine, es sind internationale Gewässer! Wer, wenn nicht die UNO ist zuständig. Aber wie mir scheint, ist für die niemand zuständig. Oder doch?
Hat Japan Minderwertigkeitskomplexe, als das weltweit technologisch den Spitzenplatz besetzende Land wer zum Beispiel bietet sonst schon Hybridautos an? Fischereiminister Morishita meint, der Westen behandele Japan unfair, weil er Japan wegen des Walfangs im antarktischen Schutzgebiet kritisiere, und das berechtige Japan, zu trotzen, also einen nicht wiedergutzumachenden Schaden im hochempfindlichen Ökosystem der Antarktis zu riskieren. Nichts anderes ist die Weigerung des Herrn Morishita, jede angebotene Hilfe anzunehmen, um die havarierte Nisshin Maru schleunigst aus den antarktischen Gewässern zu entfernen. Wer weiß, wie lang das Wetter dort noch ruhig bleibt wenn der Havarist in ernsthafte Seenot geriete und sein Öl ins Meer gelangte, wären die Folgen weit verheerender als bei jedem Ölunfall in der Nordsee. Bei der antarktischen Kälte würde das Öl nämlich in Jahrhunderten nicht abgebaut, sondern durch die im Kreis um die Antarktis ziehende Meeresströmung rund um die Antarktis verteilt.
Herr Morishita sollte zurücktreten, denn ein Fischereiminister mit so wenig Sensibilität für die Grundlage jeder Fischerei (nämlich das Bewahren der im Meer lebenden Arten vor dem Aussterben auch durch die Erhaltung ihrer Lebensgrundlagen) hat seine Inkompetenz nun genügend bewiesen.
Was glaubt er wohl, wird die Folge einer japanischen Ölkatastrophe in der Antarktis sein? Auch von A nach B zu denken, scheint er nicht in der Lage zu sein. Das Ansehen Japans würde unter jedes vorstellbare Niveau sacken: ein High-Tech-Land, das mit offensichtlich schrottreifen Schiffen vom Aussterben bedrohte Arten auf primitivste Weise bejagt und fern seinen Küsten eine barbarischen Verwüstung anrichtet.
Wir sollten einmal darüber nachdenken, ob wir nicht Japan fürs erste auf seinen technischen Spitzenprodukten sitzenlassen sollten ...