400 Polizisten gegen 26 Tierschützer: Die Beamten haben die besetzte Kleingartenkolonie in Hannover geräumt. Der Pharmakonzern Boehringer will dort ein Labor bauen.

Sie kamen mit mehr als 400 Mann und einer Reiterstaffel, um mit 26 Demonstranten fertig zu werden. Am Mittwochmorgen gegen fünf Uhr räumte die Polizei in Hannover das Gelände einer ehemaligen Kleingartenkolonie, das seit Anfang Juli von Tierversuchsgegnern besetzt war.

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Fallgruben und Barrikaden sollen die Tierschützer bei der Besetzung der Kleingartensiedlung in Hannover errichtet haben. Die Polizei hat das Areal geräumt. (© Foto: dpa)

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Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim möchte dort neben einem Wohnviertel bis 2011 ein Tierimpfstoff-Zentrum mit einem Labor für 1000 Schweine errichten. Anwohner und Besetzer wehren sich gegen den innerstädtischen Standort, sie fürchten sich vor einem Austritt von Viren, viele missbilligen auch Tierversuche. Zuletzt hatte sich die Situation zugespitzt: "Der Charakter einer friedlichen Versammlung" sei auf dem Gelände nicht mehr gegeben gewesen, begründete ein Polizeisprecher den Einsatz.

Die Besetzer hätten "metertiefe Fallgruben angelegt, Barrikaden aufgebaut und Depots für Steine angelegt". Das Areal wird seit zehn Jahren nicht mehr genutzt, dort wuchern meterhohe Brennnesseln, Sträucher und Obstbäume. Die Besetzer wehrten sich gegen die Räumung: Zwei junge Frauen ketteten sich an einen Betonblock, ein junger Mann verharrte auf einer alten Eiche, von wo ihn eine Spezialeinheit der Bundespolizei herunterholte.

Die Polizei nahm sechs Menschen in Gewahrsam und erstattete Anzeige. An die restlichen Besetzer wurden Platzverweise erteilt. Noch am Mittwoch ließ Boehringer einen Zaun um das Gelände errichten und will nun mit dem Bau beginnen.

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(SZ vom 13.08.2009 / läw/ abis)