Jugendliche haben in Hamburg einen Mann totgetreten - weil er ihnen kein Geld geben wollte. Jetzt sitzen zwei Verdächtige in Untersuchungshaft.
Nach einer tödlichen Prügelattacke auf einen 44-Jährigen in Hamburg-Harburg sitzen zwei Jugendliche in Untersuchungshaft. Ein Richter erließ Haftbefehle wegen gemeinschaftlichen Totschlags gegen die 16 und 17 Jahre alten Verdächtigen, wie die Polizei erst mitteilte.
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Die Hände eines Gefangenen ragen aus einem Zellenfenster einer Jugendanstalt in Berlin. (© Foto: AP)
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Die beiden sollen den Mann bereits Mitte Juni in einer Fußgängerunterführung in der Nähe des Harburger Bahnhofs niedergeschlagen haben, weil er ihnen kein Geld gab. Medienberichten zufolge soll es sich um 20 Cent gehandelt haben.
Die Jugendlichen traktierten den Mann den Ermittlungen zufolge so heftig mit Tritten, dass er drei Wochen später starb. Die Verdächtigen schwiegen sowohl bei der Polizei als auch beim Haftrichter zu den Vorwürfen.
Tritte gegen den Kopf
Vor mehr als drei Monaten hatten die Jugendlichen den 44-Jährigen in dem Tunnel nach Geld gefragt. Als der Mann ablehnte, streckten sie ihn mit einem Faustschlag ins Gesicht nieder. Das am Boden liegende Opfer sollen sie mehrfach heftig gegen den Kopf getreten haben. Nach dem brutalen Angriff flüchteten sie.
Der betrunkene Begleiter des Mannes alarmierte die Rettungskräfte, konnte aber bei der Suche nach den Tätern kaum helfen. "Der Tatzeuge war aufgrund seines Alkoholisierungsgrades nur bedingt aussagefähig", sagte eine Polizeisprecherin.Das Opfer wurde im Krankenhaus mehrfach operiert, erlag Anfang Juli aber seinen schweren Kopfverletzungen.
Die Mordkommission kam den Verdächtigen mit Hilfe von Videoaufnahmen am Bahnhof sowie Zeugenaussagen auf die Spur. Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt auch gegen einen weiteren 16 Jahre alten Beschuldigten, wie Sprecher Wilhelm Möllers berichtete. "Wir haben aber bisher keine Anhaltspunkte dafür, dass er selbst getreten oder geschlagen hat - und können daher keinen dringenden Tatverdacht wegen Totschlags begründen."
Die Ermittler durchsuchten die Wohnungen der drei Jugendlichen und beschlagnahmten die Kleidung, die sie vermutlich bei der brutalen Attacke trugen. Die Verdächtigen gaben zudem DNA-Proben ab.
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(dpa/ehr)
Analyse des DFB-Kaders
...war nicht schlimmer als die heutige Zeit.
Was ist das für eine Zeit, in der sogar erwachsene Männer plötzlich ihres Lebens nicht mehr sicher sind?
Eine Zeit, in der Jugendliche Erwachsene grundlos attackieren und deren Lebenserfahrung im wahrsten Sinne mit Füssen treten?
Wenn prügeln und totschlagen die Kommunikationsformen der heutigen Zeit darstellen, dann ist es wahrlich schlecht um uns alle bestellt.
Es darf auf gar keinen Fall zugelassen werden, daß wir alle uns einem "Diktat der Straße" unterordnen. Einem "Diktat", das in Wahrheit auf Unrecht und Gewalt wurzelt, weder Vernunft, noch Gnade kennt und die Gesellschaft terrorisiert.
Hier sind neue Wege der Rechtsprechung und Problembehandlung gefragt. Die neue Gewaltentwicklung in Deutschland erfordert ein schnelles, gezieltes und beherztes Eingreifen von Politik, Gesellschaft und Staat.
Es sind quantitativ nicht mehr Vergehen. Wenn man an seine eigene Jugend zurückdenkt, dann kann man vielleicht Phasen ausmachen wo "das machen wir in der Schulhofecke in der grossen Pause aus" als normal betrachtet wurden.
Die Unterschiede der mir auffallen sind dass zum einen sich die Jugendlichen gegen Erwachsene stellen und zum anderen dass es scheinbar weniger "ok ich habe gewonnen und höre auf" gibt.
Es war undenkbar, dass Jugendliche einen Erwachsenen angehen würden. Wenn ein Erwachsener zu einem Streit kam, dann ist man weggerannt.
Es war undenkbar, dass man auf einen den man schon besiegt hat weiterprügelt. Und wenn wirklich mal einer so in Rage war, dass er nicht aufhören wollte, dann haben seine Freunde ihn zurückgehalten.
Von daher möchte ich nicht der Jugend per se eine Verrohung unterstellen, aber es gibt da definitiv Probleme die man angehen muss und ich bezweifle wirklich dass Sozialarbeiter die Lösung sind. Die hat man früher nicht gebraucht und das Problem gab es früher nicht. Wenn das ein gesellschaftliches Problem ist, dann muss man die Ursachen suchen und bekämpfen und nicht die Wirkung eindämmen.
Wenn ich krank bin nehme ich auch nicht ausschliesslich Medizin um mich nicht mehr krank zu fühlen, sondern um mich zu heilen.
Hoffentlich kommt es nach dem Absitzen der Straftat zur Abschiebung.
Das wirkt Wunder.
Wenn man den Fernseher anschaltet, braucht einen die momentane Entwicklung nicht mehr zu wundern. Da wird geprügelt, abgeknallt, ohne Gnade, egal ob
Frauen, Kinder oder alte Menschen, man macht keinen Unterschied. Aber auch das Verdummungspotential ist enorm. Doofe TV-Serien, hohle und seichte Berieselung mit sinnlosen und zeitraubenden Inhalten ohne jeglichen Wert.
Und dann holt uns alle die Wirklichkeit ein. Pressemeldungen werden (bewußt?) zurückgehalten um den Bürgern ein Gefühl scheinbarer Sicherheit vorzugaukeln.
Dabei befinden wir uns längst schon in einer gefährlichen Abwärtsströmung von Gewalt und zunehmender Jugendkriminalität. Der Vergleich mit anderen Ländern darf gestattet sein, sollte aber nicht unbedingt angestrebt werden.
Vielmehr gilt es zu überlegen, warum Gewalt dergestalt zunimmt und wie dieser Negativtrend gestoppt werden kann.
Viele traurige Ereignisse mit nicht tödlichem Ausgang werden bereits gar nicht mehr in der Presse erwähnt, bzw. nur kurz angerissen.
Sicherlich ist es nicht erfreulich, immer neue, schockierende Berichte zu lesen, aber der Bürger hat ein Anrecht auf wahre Berichterstattung.
Mein Appell an Medien und Gesellschaft: "Stoppt endlich die Verrohung von Gesellschaft und Jugend"!
Dabei könnten z.B. INFO-Kampagnen, Broschüren und Fernsehspots ein Anfang sein.
Demokratie und Freiheit hat viele Gesichter.
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