Sie sollten ihre Kollegen bei einem Einsatz unterstützen - und machten dann selbst Krawall: Ordnungshüter haben in einem Vier-Sterne-Hotel randaliert. Hamburgs Polizeipräsident ist "stinksauer".
Normalerweise sorgt die Polizei für Recht und Nüchternheit: Wer im Alkoholrausch rumpöbelt oder randaliert, dem spendieren die Uniformierten eine Nacht auf der Wache. Dass aber auch Polizisten gerne mal einen über den Durst trinken und ausfallend werden, zeigt ein Fall aus Hamburg.
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Bier trinkend und pöbelnd sind Polizisten aus Sachsen-Anhalt durch die Flure eines Hamburger 4-Sterne-Hotels getorkelt. (© dpa)
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Eigentlich waren die Polizisten gegen Krawalle im Hamburger Schanzenviertel im Einsatz. Doch dann machten sie selbst Krawall: Einem Zeitungsbericht zufolge haben Beamte einer Polizeihundertschaft aus Sachsen-Anhalt in einem Hotel betrunken andere Gäste belästigt. Der Vorfall müsse nun "ordentlich untersucht" werden, sagte ein Polizeisprecher in der Hansestadt. Er bestätigte damit einen Bericht des Hamburger Abendblatts.
Die rund 100 Polizisten waren am vergangenen Wochenende in dem Vier-Sterne-Hotel untergebracht, weil sie ihre Hamburger Kollegen bei einem Einsatz im Schanzenviertel unterstützen sollten. Dort hatten am Samstag rund 800 Menschen gegen Polizeigewalt und staatliche Repression protestiert. Nach dem Ende ihres Einsatzes gegen 23.00 Uhr seien Polizisten biertrinkend und grölend durch die Flure des Golfhotels getaumelt, hätten eine Hochzeitsgesellschaft gestört und Hotelangestellte verbal attackiert, bestätigte der Sprecher.
Pöbelnde Polizisten
"Wenn ich Hotelgast gewesen wäre, hätte ich wohl die 110 angerufen." Ein betrunkener Beamter soll sich sogar übergeben haben. Hamburgs Polizeipräsident Werner Jantosch sei "stinksauer" gewesen und habe sich bei dem Hotel entschuldigt, berichtete der Sprecher. "Die Veranstalter haben hanseatisch gelassen reagiert - weil es ein Einzelfall war."
Die Polizei habe in dem Quartier schon häufiger Zimmer für Kräfte von außerhalb gebucht. Wenn Hamburg Beamte aus anderen Bundesländern anfordere, müssten diese "nach bestimmten Kriterien" untergebracht werden, erläuterte der Sprecher. "Sie können nicht mit 100 Leuten in einer Turnhalle schlafen."
Das Hotel müsse zentral gelegen sein - und ermöglichen, dass alle Beamte samt des Fahrzeugparks gemeinsam untergebracht sind. "Es gibt in Hamburg nicht so viele Hotels, wo man das machen kann." Das Vier-Sterne-Hotel liegt im Naturschutzgebiet Alstertal. Im Internet wirbt die Nobelherberge mit einem Meisterschaftsgolfplatz, einem Höchstmaß an Service - und einem garantiert "unvergesslichen Aufenthalt".
Bei den Polizisten aus Sachsen-Anhalt handelt es sich um Angehörige der Landesbereitschaftspolizei. Deren Leitung in Magdeburg habe sich in einem Brief an die Hamburger Polizei für das Verhalten der Beamten entschuldigt, sagte der Sprecher des Innenministeriums. Ob Disziplinarverfahren eingeleitet werden, sei noch nicht entschieden. Die Polizisten hatten laut Hamburger Abendblatt zwar keine Rufbereitschaft und mussten daher auch nicht sofort wieder einsatzbereit sein. Dass sie sich betrinken, ist dennoch verboten: Ihre "Funktionsfähigkeit" muss gewährleistet sein.
Das feucht-fröhliche Wochenende könnte für die Ordnungshüter nicht folgenlos bleiben: "Es wird ein Disziplinarverfahren geprüft und gegebenenfalls eingeleitet."
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(dpa/jobr/dgr)
Seehofers Interview im ZDF
Ein Grüppchen hat sich nach einem langen Arbeitstag offenbar so verhalten, wie es zig andere bereits vor ihnen gemacht haben und auch nach ihnen machen werden. Mit Ruhm bekleckern geht anders, zugegeben. Aber auf jedem Betriebsabend oder -ausflug geht es früher oder später auch so zu. Das ist zwar nicht zwangsweise schön, aber menschlich.
Wenn dann einige besoffen und laut grölend durch die Flure torkeln, auf den Flur kotzen und eine Hochzeitsgesellschaft stören, daß Personal anpöpeln etc., dann hat das nichts mehr mit Vorbildcharakter zu tun.
Die Hamburger Polizei wird diese "Kollegen" jedenfalls nicht mehr rufen.
Ich fands witzig. Da werden dutzende kleine Polizisten mal im 4 Sterne Hotel zwischengelagert und denen fällt nix anderes ein das zu machen was sie zuhause wohl auch machen würden.
"Es scheint, dass die Polizisten nicht zum Prügel-Einsatz gekommen sind. Das erklärt ihr Benehmen in diesem Luxushotel."
Tja, das könnte durchaus sein... Ich war letztes WE auch in der Schanze unterwegs (da gibt s nämlich auch normale, recht schöne Bars) und vor der Flora standen plötzlich ein paar Polizisten in Kampfmontur. Es war für unbeteiligte passante, die grade die Bar wechselten, nicht zu erkennen was los war. Schien jedoch alles recht harmlos verlaufen zu sein, wenn man der Pressemitteilung der Hamburger Polizei glauben darf.
Allerdings haben irgendwelche besoffenen Spinner die Sparkasse mit Einkaufswägen und ähnlichem beworfen. Die großen Krawalle blieben aus.
Hatte was von Schwabing in den 60ern, nicht schlimmer... ;-)
Aber lustig, wie erzkonservative hier immer jeden, der links von ihnen steht (also wohl 90% aller Bürger) als linksextrem bezeichnen. Allerdings ist dies aus ihrer persönlichen Sicht durchaus nachzuvollziehen.
Und zu den Magdeburger Polizisten kann mannur sagen: Die Regionalligasaison geht bald los, dann hat der FCM auch wieder Heimspiele, da muss man sie dann nicht mehr in fremde Städte schicken.. ;-)
"Und vergessen Sie Lichtenhagen, das ist Vergangenheit"
Das wird sich Verena Becker auch gerade denken. :-)))))) Leider vwird sie da kein Glück haben, denn vergessen und vergeben wird hierzulande lieber den Rechten.
Paging