Nach einem Raubüberfall auf einen 19-jährigen Lehrling in einem Berliner U-Bahnhof im Februar sind die Täter zu Haftstrafen verurteilt worden. Sie seien in einer dummen, agressiven Stimmung gewesen, sagten die Täter.

In seiner Urteilsbegründung sprach der Richter von einer beispiellosen Brutalität gegenüber einem hilflosen Opfer. Ein 22-jähriger Angeklagter, der noch zutrat, als der Lehrling blutend am Boden lag, erhielt drei Jahre und sechs Monate Gesamtstrafe.

Anzeige

Der ein Jahr jüngere Mitangeklagte muss zwei Jahre und zehn Monate ins Gefängnis. Er hatte sich mit Schlägen an der Misshandlungen beteiligt.

Schläge ohne Grund

Die Angeklagten flüchteten mit der Geldbörse. Der Lehrling war von einer Party gekommen und hatte müde auf einer Bank in einem U-Bahnhof gesessen. Die Angeklagten waren angetrunken aus einer Diskothek gekommen.

Einer von ihnen sprach im Prozess von einer dummen, aggressiven Stimmung, ohne die Tat erklären zu können. Strafverschärfend hob das Gericht hervor, es habe weder Provokation noch irgendeinen Anlass gegeben, den völlig hilflosen Mann derart zu malträtieren.

Mildernd wirkte sich das Geständnis aus. Die Alkoholisierung könne nicht berücksichtigt werden, da beide wissen, dass sie unter Alkohol zu Aggressivität neigen, argumentierte das Gericht. Im Strafmaß des 22-Jährigen wurde eine Vorstrafe einbezogen.

Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: Der Trauertänzer

"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...

(dpa/grc)