Volcán de Fuego Mehr als 60 Tote bei Vulkanausbruch in Guatemala

  • Insgesamt sind 1,7 Millionen Menschen von dem Vulkanausbruch in Guatemala betroffen, bislang wurden mehr als 60 Tote gezählt.
  • Einige Siedlungen rund um den "Feuervulkan" konnten am Sonntag noch nicht erreicht werden, Helfer befürchten deshalb weitere Opfer.
  • Der Vulkan hatte zuletzt Ende Mai Asche und Lava gespuckt. Nun soll es sich um den schlimmsten Ausbruch der vergangenen Jahre handeln.

Beim Ausbruch eines Vulkans in Guatemala sind mehr als 60 Menschen ums Leben gekommen. Das teilte der Sprecher der Katastrophenschutzbehörde Conred mit. 46 Menschen seien zudem verletzt worden. Dabei handele es sich allerdings um vorläufige Angaben. Ein Lavastrom habe das Dorf El Rodeo zerstört. Dabei seien Menschen in ihren Häusern verbrannt. Andere Quellen sprechen von einem Lahar, einem Schlammstrom aus eruptivem Material, Sedementen und Wasser, der das Dorf zerstört haben soll.

Einige Siedlungen konnten am Sonntag noch nicht erreicht werden. Etwa 20 Menschen seien mit Verbrennungen in Krankenhäuser gebracht worden, sagte Gesundheitsminister Carlos Soto. Etwa 3100 Menschen mussten das Gebiet um den Vulkan verlassen, wie die Streitkräfte auf Twitter mitteilten. Laut Regierung waren insgesamt etwa 1,7 Millionen Menschen von dem Ausbruch des Volcán de Fuego betroffen, wie der "Feuervulkan" auf Spanisch heißt. Er liegt 40 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Guatemala-Stadt. Nach Informationen des Gesundheitsministeriums wurden Notunterkünfte für die Betroffenen eingerichtet und Essen bereitgestellt.

Asche bedeckt das Land

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Auf Fotos sieht man, wie Bewohner rund um den 3700 Meter hohen Berg vor Feuer und Lava flüchten. Über dem Gebiet breitete sich eine riesige Rauch- und Aschewolke aus. In vier Departments des Landes gingen Asche und Gestein nieder. In Videos aus der Region sind Straßenzüge und Bäume zu sehen, die mit einer weißgrauen Ascheschicht überzogen sind. Auf Twitter verbreitete Videos der Streitkräfte zeigen Helfer, die mit Asche verschmierte Kinder aus Häusern tragen. Nach eigenen Angaben waren etwa 300 Soldaten im Einsatz.

Präsident Jimmy Morales besuchte am Abend die Conred-Einsatzzentrale und rief die Bevölkerung in dem Gebiet um den Vulkan auf, die Sicherheitshinweise zu beachten. Am Sonntagabend traf sich das Regierungskabinett und diskutierte die Ausrufung des Katastrophenfalls für die betroffenen Gebiete. Am Montag soll das Parlament dies in einer Sondersitzung beschließen.

Nach Conred-Angaben handelte es sich um den schlimmsten Ausbruch der vergangenen Jahre. Die Rauchwolken waren demnach bis in einer Höhe von sechs Kilometern über dem Meeresspiegel zu sehen. Der Flughafen von Guatemala-Stadt musste wegen Ascheregens auf der Landebahn geschlossen werden.

Der Feuervulkan hatte bereits Ende Mai einen Lahar - einen Schlamm- und Schuttstrom - ausgelöst, wie das Institut für Seismologie und Vulkanologie Guatemalas auf seiner Homepage mitteilte. Bereits seit 2002 zeigt der Vulkan demnach immer wieder kräftige Aktivität. Historische Aufzeichnungen über Ausbrüche des Feuervulkans gehen dem Institut zufolge zurück bis in das Jahr 1531.