Die letzten beiden der verschütteten Kumpel wurden vor wenigen Stunden aus der Tiefe geholt. Bergarbeiter Ariel Ticona hatte neben seiner Rettung einen weiteren Grund zu feiern: Er kann nun zum ersten Mal seine neugeborene Tochter in die Arme schließen.
Esperanza - daran haben sich die 33 Bergarbeiter während ihrer mehr als zweimonatigen Gefangenschaft in der San-José-Mine geklammert. Für einen der Kumpel ist Esperanza jedoch mehr als das spanische Wort für Hoffnung: Ariel Ticona ist an Tag 40 unter Tage Vater einer Tochter geworden. Das kleine Mädchen sollte ursprünglich Carolina heißen - erhielt dann aber den Namen Esperanza.
Chile: Weltweite Freude über Rettungsaktion
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Die Hoffnung auf Rettung hat sich für ihren Vater am späten Mittwochabend (Ortszeit) erfüllt: Um 21:28 Uhr erreichte die Rettungskapsel mit Ariel Ticona an Bord die Erdoberfläche. Als 32. und damit Vorletzter wurde der 29-Jährige aus mehr als 600 Metern Tiefe geholt.
Seine Frau Elizabeth empfing den Kumpel am Ausstieg des Schachts. Baby Esperanza hatte sie nicht mitgebracht: Nachts wird es in der mexikanischen Atacama-Wüste empfindlich kalt - außerdem gilt Ticona als eher schüchtern, die erste Begegnung mit seiner kleinen Tochter, die an diesem Donnerstag einen Monat alt wird, sollte wohl nicht vor den Augen der Weltöffentlichkeit stattfinden.
Über zwei Monate lang hatte das Schicksal der 33 verschütteten Bergarbeiter in Chile die Menschen über die Landesgrenzen bewegt. Nun befindet sich auch der letzte von ihnen wieder an der Erdoberfläche.
Die über 22 Stunden dauernde Rettungsaktion ließ Zuschauern aus der ganzen Welt den Atem stocken. Um kurz vor drei Uhr morgens lieferten die Live-Übertragungsbilder in Deutschland schließlich den Beweis für die Rettung des letzten, noch in der Tiefe verbliebenen Kumpels.
Damit hat die historisch einmalige Rettungsaktion im chilenischen San-José-Bergwerk ein Happy-End gefunden. Um 21:55 Uhr Ortszeit entstieg Luis Urzúa, der Schichtführer und "Boss" genannte Bergarbeiter, der Phönix-Rettungskapsel. Zweieinhalb Stunden später kam auch der letzte der sechs Erstretter wieder nach oben.
Urzúa hatte in der Tiefe entscheidend zum Zusammenhalt der Gruppe beigetragen. Er wollte erst alle Männer gerettet wissen, bevor er sich selbst auf den Weg nach oben machte. Dort wurde er wurde mit frenetischem Jubel empfangen und vom sichtlich ergriffenen Präsidenten Sebastián Piñera umarmt. "Sie haben Ihre Aufgabe erfüllt"", sagte Piñera. Der Staatschef hatte am Ausgang des Rettungsschachtes gewartet und begrüßte die Kumpel mit den Worten: "Willkommen zurück im Leben."
Die im Schacht verbliebenen Retter hielten Minuten nach der Bergung des letzten Kumpels ein Schild in die unterirdisch installierten Kameras. Darauf stand: "Mision cumplida. Chile" (Mission erfüllt. Chile). Auf der Oberfläche knallten derweil die Sektkorken und die Menschen sangen die Nationalhymne.
Präsident Piñera dankte den Kumpeln für ihre Ausdauer und den Rettern für deren unermüdlichen Einsatz. "Chile ist heute nicht mehr das gleiche Land wie vor 69 Tagen", sagte er. Das Land sei heute geeinter und stärker und werde in Welt mehr respektiert und geschätzt. Die Bergleute hätten ein leuchtendes Beispiel von Mut, Loyalität und Kameradschaft gezeigt. Piñera fügte hinzu: "Viva Chile!" ("Es lebe Chile").
Der als 27. Bergmann befreite Franklin Lobos Ramírez war in sichtlich guter Verfassung, als er oben ankam. Chiles Ex-Fußballstar wurde nach der Ankunft von seiner Tochter bestürmt und umarmt. Sie hatte ihm einen Ball mitgebracht, den Lobos auch sofort mit dem Fuß empor kickte. "Er hat das wichtigste Match seines Lebens gewonnen", kommentierte das chilenische Fernsehen.
Jede Ankunft wurde von den Familien gefeiert. Dabei spielten sich bewegende Szenen ab. Viele Kumpel dankten Gott für ihre Rettung und trugen T-Shirts mit der Worten "Gracias Senor, thank you Lord" (Danke, Herr). Dann folgte ein Auszug aus Psalm 95 der Bibel: "In seiner Hand sind die Tiefen der Erde, sein sind die Gipfel der Berge" und zum Schluss: "Ihm gehören Ehre und Ruhm."
Für die Bergleute ging am Mittwoch ein langes Leiden zu Ende. 69 Tage schwankten sie und ihre Familien zwischen Angst und Hoffnung. Nie zuvor mussten Bergleute so lange unter Tage ausharren. Die Kumpel wurden nach ihrer Auffahrt in einem Feldlazarett kurz medizinisch untersucht und dann per Hubschrauber ins Krankenhaus der Stadt Copiapó geflogen. Dort wurden die Untersuchungen fortgesetzt.
Der chilenische Schriftsteller Antonio Skármeta rief dazu auf, nach der glücklichen Rettung der Bergleute mit der gleichen großen Anteilnahme auch anderen Notleidenden auf der Welt zu helfen. "Bildlich gesprochen möchte ich sagen, dass es noch viele Menschen in vielen Teilen der Welt gibt, die verschüttet sind, und die wir nicht sehen", sagte Skármeta. "Wir könnten ihnen helfen, wenn wir eine Ethik hätten, wie sie die Welt gegenüber den paar chilenischen Bergleuten entfaltet hat." Weltweit verfolgte die Öffentlichkeit mit Spannung das Schicksal der Verschütteten.
Nach Schätzungen des Internationalen Verbands der Bergbaugewerkschaften kommen jedes Jahr mindestens 12.000 Kumpel weltweit bei ihrer Arbeit ums Leben. Die 33 Chilenen hatten seit dem 5. August in der Kupfer- und Goldmine in der Atacama-Wüste rund 800 Kilometer nördlich der Hauptstadt Santiago festgesessen.
Um mit den knappen Ressourcen auszukommen, aßen die Kumpel in den ersten Tagen lediglich alle zwei Tage zwei Löffel Thunfisch. Erst nach 17 Tagen konnte die Gruppe ein Lebenszeichen absetzen und wurde danach durch enge Röhren mit Lebensmitteln, Trinkwasser, Kleidung, elektronischen Geräten, Klappbetten versorgt.
Nach der rettenden Auffahrt beginnt für die Kumpel und deren Familien nun der schwierige Weg zurück in ein normales Leben.
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(dpa/dgr/mikö)
Bundespräsident Gauck in Israel
"Die Temperaturen liegen im Sommer bei mittleren Höchstwerten von 45 Grad Celsius, können aber auch über 55 Grad steigen. Die tageszeitlichen Schwankungen betragen bis zu 30 Grad. Im Winter kann es in der nördlichen subtropischen Sahara sogar zu Frösten bis minus 10 Grad kommen."
Erst nachgucken, dann schreiben: Wüste ist nicht gleich Wüste. Im Frühling wird es in der Atacama-Wüste tatsächlich nachts sehr kalt. 5-8 Grad sind dann normal. Und dann eine nacht über mit einem Baby draussen sein... ne, die Mama hat schon recht gehabt. und der Aurtor auch.
http://www.geovirtual.cl/Clima/2003%20clima%2001esp.htm
Dasselbe gilt übrigens für alle anderen angesprochenen Wüsten. Je nach vorherrschender Geologie und (mehr oder minder vorhandenem) Bewuchs schwanken die Temperaturen sehr stark, vor allem zwischen den Tag/nachtzeiten. Und dass die Wüste Gobi mit 9,9 Grad Celsius nur knapp über der Durchschnittstemperatur Deutschlands liegt, sagt einmal mehr aus, dass Hitze nicht der alleineige Grund für Wüstenbildung ist...
Sehr bald wird "Mision cumplida" auch anderweitig ins Bewusstsein der Welt treten. Dieses "Mision cumplida" oder besser "mission accomplished" hat der ehemalige Kriegstreiber und US-Präsident G.W. Bush vollmundig auf einem Flugzeugträger verkündet, wenige Tage nach Beginn des zweiten Golfkrieges für schmutziges Öl.
Die Amis sitzen heute noch in ihrem Dreck und haben nichts erreicht - im Gegenteil. In Chile sind die Kumpel alle draussen - und, nicht zu vergessen, die Retter, die selbst untertage gegangen sind. Gott sei Dank!
So ist das auch -wohl unbewusst- auch ein Schlag ins Gesicht der USA - voll auf die 12!
Frage 1: Ist eigentlich eine Meldung denkbar, in der nicht ein paar sueddeutsche-Kommentatoren einen Anlass erkennen, sich gegenseitig anzugiften? Ich kann es mir mittlerweile leider nicht mehr vorstellen.
Frage 2: Hat schon mal jemand seine Meinung geändert aufgrund einer Diskussion per Kommentar? Auch da sind wohl Zweifel berechtigt.
Frage 3: Kann es sein das der oft aggressive Ton hier mit der Anonymität zu tun hat und somit das Internet einen Verfall der Umgansformen mit sich bringt? Keine allzu gewagte These.
Da geschieht etwas. Eine schöne Sache. Da werden Menschen gerettet. Aus der Tiefe. Und was passiert? Es wird gejammert, es werden querverweise gelegt, zynische Bemerkungen fallen usw... Meine lieben Nörgler, organisiert doch eine Großdemo gegen dieses medial ausgeschlachtete Wunder der Ingenieurstechnik: Chile 33! Glück auf!
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