Lange Jahre waren Großtrappen vom Aussterben bedroht. Nun erholen sich die Bestände in Brandenburg wieder leicht - und die Tiere wollen sich weiter kräftig vermehren.
Auf der Wiese zeichnet sich nur ein brauner Punkt ab. Doch plötzlich, in Sekundenschnelle verwandelt er sich in einen weißen Federball mit einem Durchmesser von über einem Meter. Die Großtrappe (Otis tarda) hat ein Weibchen erblickt und plustert sich majestätisch auf.
Großtrappen in Brandenburg: Sie balzen wieder. (© Foto: dpa)
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In Brandenburg, der deutschlandweit neben dem Grenzgebiet zu Sachsen-Anhalt einzigen Heimat dieser - abgesehen von den afrikanischen Riesentrappen - größten flugfähigen Vögel der Welt, ist derzeit die Balz dieser seltenen Tiere zu beobachten. Lange Jahre akut vom Aussterben bedroht, hat sich die Großtrappen-Population wieder leicht erholt. Mit 110 Exemplaren gibt es heute doppelt so viele wie vor zehn Jahren. Aber, für eine Entwarnung ist es noch zu früh.
"Es wird noch Jahre dauern, bis sich ihr Bestand unabhängig vom Menschen halten kann", sagt der Präsident des Brandenburger Landesumweltamtes, Matthias Freude. Nur mit massiver Hilfe von Naturschützern konnten die Großtrappen wieder aufgepäppelt werden, vor allem den Jungen galt lange Zeit die größte Sorge. Denn ihre größten Feinde - vor allem die Füchse, neuerdings auch die Seeadler - räuberten immer wieder die Gelege und vergriffen sich an den Jungen.
Um sich ein Weibchen zu suchen, müssen die Männchen ganz auf ihr imposantes Federkleid vertrauen. "Wenn man schon keinen schönen Gesang hat, muss man auf optische Signale setzen", sagt Freude. Bei der Balz drehen die Männchen daher ihre braunen Vorderflügel und den Schwanz nach außen, so dass das weiße Untergefieder sichtbar wird, eben wie ein überdimensionierter Federball. Bis Mitte/Ende Mai ist das ungewöhnliche Spektakel noch in den Großtrappen-Gebieten zu beobachten und schon bald wird mit den ersten Eiern gerechnet.
Die Naturschützer hoffen, dass dann die Population weiter steigt. Ob es jemals so viele Großtrappen werden wie etwa 1939, als allein auf dem heutigen Brandenburger Areal noch 3900 Exemplare lebten, ist aber eher unwahrscheinlich. So warnt denn auch der Landesvorsitzende des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), Tom Kirschey, vor zu großer Euphorie. "Die Lebensbedingungen für die Trappen werden insgesamt immer schlechter."
So fehle es ihnen auf den wieder vermehrt gedüngten und deshalb artenarmen Wiesen an den nötigen Insekten. Dabei bräuchten die Hennen laut Kirschey zwischen einem und eineinhalb Kilo Insekten pro Tag für ihre Jungen. "Auch das Verbauen von Landschaften mit Windkraftanlagen und das Verkabeln macht es den Tieren immer schwerer." Deswegen befürchtet der Nabu-Landeschef: "Wenn das Land in seinen Anstrengungen nachlässt, werden die Trappen in Deutschland aussterben." Und die spektakuläre Balz sei nicht mehr zu erleben.
Im Internet findet man unter www.luis-bb.de, www.grosstrappen.de oder www.westhavelland.de/trappen Informationen über diese Tiere.
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(dpa/jüsc/cat)
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Das ist das Ergebnis einer repräsantiven Umfrage unter 5 Brutpaaren, durchgeführt vom Institut für zoologische Sexualkunde. Als wünschenswert wurde von der Mehrheit der Befragten noch die Bereitsstellung von kostenlosem und klimaschützendem Nistmaterial genannt.
Die Wissenschaftler sind vorsichtig optimistisch und äußerten weiterhin, dass wenn die gelegten Eier ausgebrütet, die Jungen erfolgreich großgezogen und keine Altvögel sterben der Tierbestand sich zählbar erhöht.
Trotzdem: Schön für die Tiere, schön für uns.
Der Typ von nebenan auch.