Von Julius Müller-Meiningen

Auf Sizilien hat die italienische Polizei einen neuen Erfolg gegen die Cosa Nostra erzielt. Unter den Festgenommenen befinden sich auch Frauen.

Am Dienstag meldeten italienische Nachrichtenagenturen, die Carabinieri hätten in der Nacht 70 Mitglieder der Cosa Nostra in Catania festgenommen. Ihnen werden Erpressungen, Raubüberfälle, Drogenhandel und die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.

Anzeige

Unter den Festgenommenen war der 38-jährige Vincenzo Santapaola, Sohn des zu lebenslanger Haft verurteilten Mafiabosses aus Catania, Benedetto Santapaola. Die Carabinieri fassten auch den unter dem Namen "Gefängnis-Killer" bekannten Antonino Faro. Faro wird für den Mord an einem inhaftierten Mafiaboss vor 20 Jahren verantwortlich gemacht.

Festgenommen wurden außerdem drei Frauen aus den Familien bekannter Cosa-Nostra-Angehöriger in Catania. Die Verhaftungen im Rahmen der Operation Pluto waren anscheinend durch die Geständnisse eines "pentito", eines reuigen Mafia-Angehörigen ausgelöst worden, den die Fahnder bereits im Oktober 2005 festgenommen hatten.

Den Ermittlungen zufolge hätten zwischen der Cosa Nostra in Catania und der kalabrischen 'Ndrangheta sowie dem Clan von Bernardo Provenzano Verbindungen bestanden.

Provenzano war der meistgesuchte Mafiaboss Siziliens und wurde im April 2006 gefasst. Seither meldet die Polizei immer häufiger Erfolge im Kampf gegen die Cosa Nostra. "Das Klima auf Sizilien wandelt sich", sagte Italiens Innenminister Giuliano Amato. Bereits am Montag war der Mafioso Daniele Emmanuello bei einem Schusswechsel mit der Polizei auf Sizilien ums Leben gekommen.

Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: Der Trauertänzer

"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...

(SZ vom 5. Dezember 2007)