Großbritannien:Fluten bedrohen Oxford

Die Behörden in Großbritannien sind in Sorge: Oxford könnte in den Wassermassen versinken. Und die Meterologen sagen weiterhin Regen voraus.

Nach den Unwettern in Großbritannien bedrohen die Fluten nun die historische Universitätsstadt Oxford. "Unsere größte Sorge sind derzeit Oxford und Umgebung", sagte ein Sprecher der Umweltbehörde. Selbst wenn Oxford relativ unbeschadet den Höhepunkt der Themse-Fluten überstehen sollte, sei die Gefahr noch nicht gebannt: "Dann sind am Mittwoch Reading und Windsor bedroht." Neben der Themse haben auch viele andere Flüsse Hochwasser.

Oxford, getty images

Die Behörden sind beunruhigt: Jetzt bedrohen die Fluten die Universitätsstadt Oxford.

(Foto: Foto: Getty Images)

Insgesamt galt am Dienstag für sieben Gebiete akuter Hochwasseralarm. Sie alle liegen mehr im Osten Englands entlang der Themse oder dem Fluss Severn. Im Westen des Landes gingen die Hochwasser dagegen langsam zurück.

Immer noch sind bis zu 350.000 Menschen weiter ohne Trinkwasser. Sie könnten bis zu zwei Wochen von der Wasserversorgung abgeschnitten sein, sagte ein Sprecher des Versorgers Severn Trent Water. Die Angst vor Gesundheitsgefahren durch verdrecktes Wasser ging um.

Erschöpfte Feuerwehrleute sprachen von einer "Hölle". Nach kurzer Regenpause sagen Meteorologen für die kommenden Tage wieder heftigen Regen voraus.

Die Stadt Gloucester entging in der Nacht nur um Haaresbreite einer Katastrophe, als ein Wasser- und Elektrizitätswerk, das hunderttausende Menschen versorgt, fast überschwemmt wurde.

Reporter sprachen von einer ,,Geisterstadt'', nachdem die Geschäfte geschlossen hatten. "Wir sind weit davon entfernt, dass dies kein Notfall mehr ist", warnte Tim Brain, Polizeichef in Gloucestershire.

In der Grafschaft Gloucestershire konnten Einsatzkräfte die Stromversorgung für 48.000 Haushalte wieder herstellen.

Am schlimmsten traf es Tewkesbury, Gloucester und Cheltenham, wo die Trinkwasserversorgung unterbrochen ist. Die Menschen sollten im Laufe des Dienstags aus 900 großen Behältern mit frischem Wasser versorgt werden.

Mit Hilfe des Militärs würden zudem drei Millionen Liter abgefülltes Wasser verteilt, kündigte Severn Trent Water an. Anwohner berichteten von langen Schlangen vor Supermärkten und Tankstellen.

In London beriet das Notfall-Komitee der Regierung, COBRA, über das weitere Vorgehen. Die Regierung war in die Kritik geraten, weil sie nicht genug für den Hochwasserschutz getan hätte. Der Hochwasserschutz in Großbritannien gilt als veraltet.

Die britische Regierung verteidigte sich gegen Kritik, schlecht vorbereitet gewesen zu sein. ,,Es war sehr schwierig, exakt vorauszusehen, wie die Flut die Gegend treffen würde. Das war ein außergewöhnliches Ereignis'', sagte ein Sprecher von Premierminister Gordon Brown.

Premierminister Brown hatte eine Überprüfung der Ursachen angekündigt und mehrere Millionen Pfund finanzielle Hilfe zugesagt. Die Versicherer rechneten mit einem Schaden von umgerechnet rund drei Milliarden Euro. Es ist bereits die zweite große Flut, die Großbritannien in diesem Sommer heimsucht.

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