Der erste Anruf bei der Feuerwehr meldete einen brennenden Papierkorb - dann explodierten Tanks. Ein Großbrand hat die Feuerwehr in Kiel stundenlang in Atem gehalten.
Ein Großbrand in einem Tanklager hat in der Nacht in Kiel Polizei und Feuerwehr in Atem gehalten. Mehrere Tanks einer Abfüllanlage für Paraffin waren gegen Mitternacht in Brand geraten und explodiert.
Auch der Seenotrettungskreuzer "Berlin" beteiligte sich an den Löscharbeiten. (© Foto: dpa)
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Nach Angaben der Feuerwehr mussten etwa 500 Bewohner im Umkreis von einem Kilometer rund um den Brandort am Nord-Ostsee-Kanal in Sicherheit gebracht werden. Zwei Menschen wurden leicht verletzt. 300 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen an. Auch ein Feuerlöschschiff, ein Schlepper und ein Seenotrettungskreuzer waren im Einsatz. Erst gegen 3.30 Uhr war der Brand unter Kontrolle.
Wie der Sprecher der Kieler Feuerwehr, Michael Krohn, sagte, hatte ein Anwohner die Rettungskräfte um 23.46 Uhr wegen eines brennenden Papierkorbs in der Uferstraße im Stadtteil Wik alarmiert. Als ein Löschzug dort eintraf, habe bereits ein Paraffin-Tank in Flammen gestanden. Nach und nach seien weitere Tanks durch die große Hitze geborsten und explodiert.
"Es ist dann sehr schnell viel brennendes Paraffin in den Kanal gelaufen", so Krohn. Der leicht brennbare Stoff wird auch zur Herstellung von Kerzen oder Cremes verwendet.
Die Flammen seien bis zu 15 Meter hoch geschlagen. "Das waren natürlich spektakuläre Bilder", sagte Krohn. Mehrere hundert Schaulustige hätten sich an beiden Seiten des Kanals eingefunden und auch die Löscharbeiten behindert. "So etwas hat es in Kiel noch nicht gegeben", sagte auch der stellvertretende Amtsleiter der Berufsfeuerwehr, Ulrich Hackenberg.
Aus Angst, dass auch Heizöltanks in den umliegenden Wohnhäusern explodieren könnten, habe man die Anwohner in Sicherheit gebracht. Auch auf der gegenüberliegenden Kanalseite im Stadtteil Holtenau seien mehrere Straßenzüge evakuiert worden. Nach Feuerwehrangaben wurde eine Frau leicht verletzt. Auch eine Feuerwehrmann habe eine Rauchvergiftung erlitten.
Der Nord-Ostsee-Kanal - die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt - wurde während der Löscharbeiten an beiden Schleusen in Kiel und Brunsbüttel abgesperrt, der Schiffsverkehr unterbrochen.
Auch der Seenotrettungskreuzer Berlin aus dem Ostseebad Laboe beteiligte sich an den Löscharbeiten. Die Holtenauer Hochbrücke über den Kanal wurde gesperrt.
Wie genau es zu dem Feuer kam, ist noch unklar. Die Kriminalpolizei übernahm die Ermittlungen. Auch zur Schadenshöhe konnte die Feuerwehr noch keine Angaben machen.
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(dpa/bavo/af)
Studie von UN-Kinderhilfswerk