Politische Diskussion um Seeräuber beendet: Die somalischen Piraten, die den Marine-Tanker Spessart angegriffen haben, werden an Kenia überstellt.

Die sieben auf der Fregatte Rheinland-Pfalz festgesetzten somalischen Piraten werden an Kenia überstellt, das sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Mittwoch in Berlin.

Bild vergrößern

Ende einer Kaperfahrt: Piraten kurz bevor sie an Bord des Kriegsschiffs "Rheinland Pfalz" gebracht werden. (© Foto: dpa / Archivbild vom 03.03.2009)

Anzeige

Das Schiff ist im kenianischen Hafen Mombasa eingelaufen, wie das Einsatzführungskommando in Potsdam mitteilte. Das Amtsgericht Kiel hatte zuvor Haftbefehl gegen die sieben somalischen Piraten erlassen.

Die Staatsanwaltschaft Kiel hatte die Haftbefehle am Dienstag beantragt. Sie wollte damit verhindern, dass die Piraten auf freien Fuß gesetzt werden müssen, falls sich die kenianische Justiz für nicht zuständig erklärt hätte.

Vorausgegangen war der Festnahme eine politische Diskussion darüber, ob die Piraten vor ein deutsches Gericht gestellt werden sollten.

In den Arbeitsgruppen aus Innen-, Außen-, Justiz- und Verteidigungsministerium gab es Streit über das Vorgehen. Die Ressorts waren alle dafür, in Deutschland gegen die Piraten zu ermitteln. Allerdings befürchteten Politiker, dass die Seeräuber in Deutschland Asyl beantragt hätten, falls es zu einer Verhandlung gekommen wäre. "Die Piraten nach Deutschland zu holen, ist sicherlich die schlechteste Lösung", sagte Hans-Peter Uhl (CSU), der innenpolitische Sprecher der Union.

Die Seeräuber hatten am 30. März im Golf von Aden den Marine-Tanker Spessart aus Kiel angegriffen. Es war der erste Angriff von Piraten auf ein deutsches Kriegsschiff in dieser Region. Die Seeräuber schossen mit Pistolen auf den Versorger und wollten ihn offenbar kapern.

Doch das Begleitkommando an Bord des Tankers feuerte zurück. Daraufhin drehte das Piratenboot ab. Ein spanischer Helikopter eilte zur Hilfe und auch ein Flaggschiff der EU-Mission "Atalanta" griff ein, die griechische Fregatte Psara.

Ein deutsch-griechisches Team hat die Piraten schließlich entwaffnet und ihr Boot festgesetzt. Später brachten die Soldaten die Seeräuber auf die im Golf von Aden kreuzende Rheinland-Pfalz.

Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: Der Trauertänzer

"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...

(dpa/tkw/hai)