Gewaltverbrechen Die Überlebende von Hameln

"Wenn das ein Film wäre, würde man sagen, ach komm, hör' auf, wer hat denn das gedreht? Zu viel Fantasie", sagt Kader K.

(Foto: Katrin Kutter)

Kader K. wird von ihrem Ex-Mann mit einem Messer und einer Axt attackiert, dann ans Auto gebunden und durch die Stadt geschleift. Sie sagt: "Ich bin hier dagegen geknallt und liegen geblieben, komisch, oder?" Ein Treffen, ein Jahr danach.

Von Peter Burghardt

Sie steht am Tatort und muss kurz lachen. Es ist ja alles unglaublich. Die Schläge auf den Kopf, die Stiche ins Herz, das Seil um den Hals, die Horrorfahrt über Stein und Asphalt, als sie an der Abschleppkupplung hing. Trotzdem kann sie jetzt wieder durch die Stadt laufen und von dem Wahnsinn erzählen, während der Mann, der sie töten wollte, im Gefängnis sitzt.

Hameln, Kaiserstraße, hier lag sie damals halb zertrümmert auf dem Gehsteig. "So viel Glück", sagt Kader K., ...