Eine Welle von Gewalt unter Jugendlichen erschüttert das britische Königreich. Messerstechereien und Morde scheinen an der Tagesordnung zu sein. Die Briten sind schockiert, Politiker und Sozialarbeiter ratlos.
Eher lachhaft klingt der Vorschlag, den die britische Regierung vor einiger Zeit gemacht hat: Die Messer-Industrie des Landes sollte - freiwillig oder per Gesetz - dazu gebracht werden, künftig nur noch Messer mit abgestumpften Spitzen zu produzieren.
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Nur auf diese Weise, so das kleinlaute Eingeständnis Londons, könne man der Welle von Messerstechereien und Morden im Lande Herr werden. Zusätzlich lief eine - von erfahrenen Polizisten als weltfremd eingestufte - Kampagne, in der Jugendliche aufgefordert wurden, ihre Stichwaffen abzuliefern.
Angesichts der Statistik allerdings erstickt das Lachen im Halse: Allein in der vergangenen Woche wurden zwischen Southhampton und Manchester acht Menschen erstochen - darunter ein Pfarrer auf der Schwelle seines Pfarrhauses sowie eine Behinderte und ihre Pflegerin.
Immer jüngere Opfer und Täter
Inzwischen scheint es kaum mehr eine Stadt im Königreich zu geben, kaum mehr einen Stadtteil, der sicher wäre vor solchen und ähnlichen Gewalttaten. Und Opfer wie Täter werden immer jünger.
Die weitaus meisten Opfer sind schwarze Teenager, die von Gleichaltrigen getötet werden. Das vorläufig jüngste Opfer verblutete vergangenen Samstagabend auf einer Straße im Ost-Londoner Stadtteil Plaistow. Er war im Kino gewesen und auf dem Heimweg, als er von zwei Unbekannten überfallen und niedergestochen wurde.
Die Beschreibung des Jugendlichen könnte auf viele der anderen jungen Männer zutreffen, die Opfer von Messerattacken werden: Er war schwarz, groß für sein Alter, er trug weiße Nike-Sportschuhe - und er war erst fünfzehn.
Damit dürfte er etwa genauso alt gewesen sein wie die mutmaßlichen Täter. Die Jungen beispielsweise, die erst am vergangenen Donnerstag im West-Londoner Stadtteil Hammersmith den 16-jährigen Oberschüler Kodjo Yenga mit Baseball-Schlägern, Hämmern und Messern die Straße entlang jagten, auf ihn eindroschen und ihn dann mit einem Stich ins Herz töteten, waren selbst nur zwischen 13 und 16 Jahre alt.
Guter, christlicher Junge
Angefeuert wurde die Bande von Freundinnen, die "kill him, kill him!", also "bring ihn um, bring ihn um!", schrien. Die mutmaßlichen Täter konnten festgenommen und einem Haftrichter vorgeführt werden, zu ihren Motiven gibt es noch wenig Aussagekräftiges.
Kodjo, dessen Freunde und Schulkameraden am Samstag in London einen Protestmarsch gegen die Gewalt organisierten, wurde als ruhiger, unauffälliger Junge beschrieben. Seine Mutter bezeichnete ihn als "guten christlichen Sohn", sein Klassenlehrer als "freundlich, sanft und friedfertig".
Vor einigen Monaten freilich sprach er im Musiksender MTV über die Messerstechereien: "Ich glaube, es ist schlimmer geworden", sagte er, "aber die Medien machen es größer als es wirklich ist." Seine Mutter hat ausgesagt, dass Kodjo nie einer Bande angehört hat; doch seine Freunde wiedersprechen: "Jeder hier muss einer Bande angehören, anders geht es nicht", erklärte ein Jugendlicher.
Ohne gute Gründe
Politiker und Sozialarbeiter sind ratlos. Stadtrat Pearson Shillingford aus Plaistow meinte, die Teenager könnten "keine guten Gründe" angeben, weshalb sie Messer hätten.
Der Pfarrer William Lamptey, der mit Jugendlichen in der Gegend arbeitete, führte das Phänomen pauschal auf "die generelle Jugendkultur" zurück, und der Sozialarbeiterin Juliette Betton-Green fiel nur ein, dass "wir eine Antwort auf dieses Problem der Gewalt finden müssen".
"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
(SZ vom 19.03.2007)
Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld
Also in meinen Augen ist eine Bürgerwehr doch auch nichts anderes als ne "Gang". Wo wird es bitte härter bestraft 5km/h zu schnell zu fahren als vorsätzliche Körperverletzung? Also ich kenn niemanden, der wegen 5km/h 3 Monate Gefängnis bekam.
Naja, das ist einer der üblichen Sätze, die dazu dienen sollen, fremdenfeindliche Ressentiments zu kaschieren und Ihnen den Anstrich der Normalität zu verleihen... Ich weiss nicht, woher Du Deine Zahlen beziehst (10% Ausländeranteil - 50% Ausländer im Gefängnis), aber selbst, wenn diese Zahlen zutreffen sollten, scheinst Du nicht über die notwendigen kognitiven Kapazitäten zu verfügen, um sie richtig zu interpretieren! Kriminalität findet ihre Ursache meist in mangelnder (Schul-) Bildung, deren Ursache wiederum meist mangelnde Integration ist.. Will heissen: Auf deutschen Hauptschulen haben wir einen sehr hohen Ausländeranteil, da dort mittlerweile meist nur noch die Schüler hingeschickt werden, die über wenige oder schlechte Deutschkenntnisse verfügen (und nicht diejenigen, die zu "dumm"/ langsam oder zu faul für Realschule oder Gymnasium sind!). Das wiederum führt zu einer Art "Ghettoisierung", die wiederum einer erfolgreichen Integration ausländischer Jugendlicher in höchstem Maße abträglich ist, da sie auch auf der Hauptschule meist ausreichend viele Gleichaltrige finden, die ihre Muttersprache (und eben nicht deutsch) sprechen. Diesen Punkt hat ja auch "anderwandlang" zutreffend dargestellt. Auf den deutschen Hauptschulen sammeln sich all die Jugendlichen, die sich (mit einem gewissen Recht), als die aussortierten und abgeschriebenen empfinden dürfen, und das nicht, weil sie zu dumm für Realschule oder Gymnasium sind, sondern weil sie (in ihrem Empfinden) eben "kanak" sind, also gesellschaftliche Aussenseiter... Das führt natürlich zu einer "scheissegal-" Mentalität, welche die schlechtesten Seiten dieser Jugendlichen zum Vorschein bringt...
Und dann kommt Jonny €ash daher und fordert in guter, alter Südstaaten - Mentalität á la Günther Beckstein, dass Justiz und Polizei härter gegen solche Jugendlichen durchgreifen müssten! Was soll das eigentlich bringen? Sollen die jetzt alle hinter Gitter, damit sich die deutsche Omi mit ihrer Panik vor Russen wieder vor die Tür trauen kann?!
Übrigens sind die angesprochenen "NO GO" - Areas in Berlin doch wohl eher jene
Stadtteile oder Straßenzüge, die sich "national befreite Zone" schimpfen! Ich wüsste nicht, dass man in Kreuzberg mit seinem extrem hohen Ausländeranteil um sein Leben fürchten müsste...
Egal, um mit den Worten eines gesetzestreuen, meist friedlichen, ausländischen Mitbürgers zu schließen:
Ich habe fertig...
Dem Vorredner muss ich leider absolut recht geben, auch bei uns geht die Tendenz in diese
Richtung bisher in einen Regionen und Städten aber eindeutig wird dies auch bei uns zum
Problem. Solange es schlimmer ist die Geschwindigkeit um 5 kmh zu übertreten ohne
dass eine Gefährdung vorliegt als Menschen absichtlich zu verletzen.....
In Berlin ist die Gangbildung schon weit fortgeschritten, auch hier gibt es bereits
NO GO Areas.
Auch das Problem mit gewaltbereiten Russland Deutschen und generell
die Ausländerkriminatität sollten nicht aus falsch verstandener Toleranz verharmlost werden.
Warum sonst sind bei 10 % Ausländeranteil in der Bevölkerung 50 % Ausländer im Gefängnis.(Das soll natürlich nicht bedeuten, dass jeder Ausländer kriminell ist - um diese
Einwände gleich zu entkräften - ich kenne genug friedliche).
Die Steuern steigen aber für unsere Polizei ist immer weniger Geld vorhanden - hier ist
ein stärkeres Durchgreifen (unter beachtung der rechtsstaatlichen Mittel) wichtig. Aber eins ist klar BEwährungsstrafen für Gewaltverbrecher (Mehrfachstraftäter) sind nicht tragbar.
Ansonsten wird es Zeit für eine Bürgerwehr................
auch hier im Schlafmützenland. Wer mit wirklich offenen Augen und Ohren dabei ist, kann nicht sagen: das gibts bei uns nicht - nein, es steht bereits vor der Tür. Mein Junge war ein ruhiges, gelassenes Kind in der Regelschule, seit er in die Hauptschule des jetzigen Wohnortes wechselte, ist er grob, sprachlich simpel (Kanak) und vom Denkmuster: Nur der Stärkere überlebt. Schule interessiert ihn nicht. Wird die Klassleiterin auf diese Situation hingewiesen, erhalte ich nur unverständliche Gesten. Auf kann sie mir keine Hilfe geben. Sie wird nicht die Einzige sein, die froh ist, wenn sie zu Hause ohne Probleme ist. Die Lehrer haben praktsich nicht mehr die Fähigkeit, das Wissen zu vermitteln, sie präsentieren nur noch.
Ganz nebenbei: mein Junge ist in den Augen von Beurteilern absolut normal und sozial gut entwickelt. ok. Mögen Sie sich alle nicht täuschen.