Zwar sind Gewaltdelikte Jugendlicher seit 1998 rückläufig. Die Zahlen bleiben dennoch alarmierend: Fast ein Drittel der Jungen hat in den vergangenen sechs Monaten einen Mitschüler geschlagen oder getreten, ergab jetzt eine Studie.
Sie wurde von der Universität Erlangen-Nürnberg im Auftrag des Bundeskriminalamtes (BKA) in Wiesbaden erarbeitet. Etwa fünf Prozent der Schüler bedrohen oder beschimpfen demnach andere regelmäßig.
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Gewalt an der Schule reicht vom Mobbing der Mitschüler über Beschimpfungen, Ausgrenzen, Erpressen, das Klauen von teuren Klamotten bis hin zu Schlagen und Treten.
Die Öffentlichkeit erfährt meist nur von spektakulären Gewaltausbrüchen wie der Schießerei am Mittwoch in Coburg oder dem Amoklauf in Erfurt vor einem Jahr.
Wie die Studie ergab, sind ältere Schüler aggressiver als jüngere, Hauptschüler etwas mehr als Gymnasiasten, Jungen eher als Mädchen.
Zwischen Deutschen und Ausländern bestünden nur geringe Unterschiede. Auch die Klassengröße spiele keine große Rolle.
Gewalttätige Schüler seien oft impulsiv und hätten Probleme, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Obwohl die Täter kaum weniger intelligent als andere Jugendliche seien, hätten sie durchweg schlechtere Noten, müssten öfter eine Klasse wiederholen und schwänzten mehr, fanden die Forscher heraus.
Die Untersuchung habe jedoch gezeigt, dass Gewalt an Schulen kein isoliertes Problem sei: Vielmehr neigten aggressive Schüler beeinflusst von Familie, Erziehung und brutalen Filmen auch außerhalb der Schule zu Gewalt.
Rund fünf Prozent der mehr als 1100 befragten Siebt- und Achtklässler seien häufig Opfer von Aggressionen ihrer Mitschüler, wie die Studie ergab.
Sie zeigten Konzentrationsprobleme, geringes Selbstbewußtsein, waren unbeliebter und neigten zu Angst, Depression und psychisch bedingten körperlichen Beschwerden.
Wie die Täter seien auch die Opfer keine besonders guten Schüler oder "Streber", ergaben die Forschungen.
(sueddeutsche.de/AFP)
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