Gericht entscheidet gegen Sänger Ryan Leslie Million Dollar Laptop

Ein Gericht in New York hat entschieden: Sänger Ryan Leslie muss eine Million Dollar Finderlohn an einen deutschen KFZ-Mechaniker zahlen, der dem Musiker seinen verlorenen Laptop zurückbrachte. Leslie aber weigert sich - denn angeblich fehlte das Wichtigste.

Von Sophia Lindsey
promiblog Gericht entscheidet gegen Sänger Ryan Leslie

An einen deutschen KFZ-Mechaniker muss Ryan Leslie eine Million Dollar Finderlohn zahlen. Das Geld musste der Finder vor Gericht einklagen.

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Ryan Leslie wirkt etwas gequält an diesem trüben Oktobertag. Er steht vor dem Loom Club in Köln, sein Lächeln missglückt immer wieder und seine Lederjacke sieht viel cooler aus als er selbst. Kein Wunder: Dem US-Sänger wurde eine Tasche gestohlen, in der sich auch sein Laptop befand.

"Etwas sehr Persönliches, das mir sehr am Herzen lag, wurde mir entwendet", sagt Leslie in dem zwei Jahre alten Video, das auf Youtube zu sehen ist. Und meint damit: unveröffentlichte Songs, an denen er heimlich arbeitete. Weniger missverständlich ist dafür die Aussage seines Sprechers: "Wir bieten eine Belohnung von 20.000 Dollar für die Wiederbeschaffung der Tasche."

Armin Augstein, ein 54 Jahre alter KFZ-Mechaniker aus Pulheim bei Köln, musste bis heute auf seine Belohnung warten. Diese hatte der Sänger später in einem weiteren Video auf eine Million Dollar erhöht - und wollte sie dennoch nicht bezahlen. Seine Begründung: Den Laptop habe er zwar wiederbekommen, allerdings ohne die verlorene Musik. Weil die Festplatte beschädigt gewesen sei, konnte er auf die Aufnahmen nicht zugreifen.

Doch Augstein, der die Tasche bei einem Spaziergang gefunden hatte, verklagte den Sänger - und hat nun gewonnen. Ein Gericht in New York entschied am Donnerstag, dass Leslie den versprochenen Finderlohn bezahlen muss. "Er hat nie danke gesagt", sagte Augstein der Zeitung New York Daily News. "Er hat nichts getan und deshalb wollte ich auf meinen Anspruch nicht verzichten."

"Sie sahen mir ins Gesicht und sagten mir, ich müsse diesem Mann eine Million Dollar für Musik zahlen, die ich nie zurückbekommen habe", klagt Leslie daraufhin bei einem Konzert auf Long Island. Er hält sich am Mikrofon fest, eine Baseballkappe verdeckt seine Augen. Die knappe Rede inszeniert er als dramatisch-melancholisches Intro, die Band hat bereits zu spielen begonnen. "Noch nie hat mich etwas mehr inspiriert als die Tatsache, dass ich alles verloren hatte", sagt er. Jeden einzelnen Cent, jeden Dollar, habe er in sein neues Album investiert. Und hoffentlich auch ein paar Gedanken in die Möglichkeit, Sicherheitskopien anzufertigen.

Eine Million Dollar scheint immerhin noch übrig zu sein: "Die Belohnung ist immer noch da draußen für denjenigen, der mir alle meine Kompositionen zurückgeben kann." Und mit seinem "man over in Germany" - damit ist wohl Augstein gemeint - werde er schon "etwas aushandeln". Nach dem New Yorker Urteil stellt sich aber die Frage, wie viel Raum zum Verhandeln Leslie noch bleibt.