Gentrifizierung in Berlin Blühende Platten

Ein Gesicht wie ein Ausrufezeichen: Einer der riesigen Plattenbauten in Lichtenberg wurde Ende der 90er verziert.

(Foto: Jens Kalaene/dpa)

Lichtenberg war zuerst das Stasi-, dann das Neonazi-Viertel Berlins. Doch das ist vorbei: Heute gilt der Bezirk als familienfreundlich. Eine ungewöhnliche Geschichte über die gute Seite der Gentrifizierung.

Von Verena Mayer

Geschichten von der Gentrifizierung gehen normalerweise so: Ein Stadtteil, den nie jemand auf der Rechnung hatte, wird eines Tages von Studenten und Künstlern entdeckt. Weil alles so wild und unverbraucht ist und die Mieten dort fast nichts kosten. Es folgen Clubs, Hipstercafés und Bioläden, junge Familien ziehen zu, und irgendwann kommen Investoren, kaufen alles auf, und die alten Bewohner müssen weg, jene, die dem Kiez erst sein Gesicht gegeben haben. Geschichten von der Gentrifizierung sind oft ziemlich traurig.

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