Kriegsschiffe und Kampfschwimmer, Fallschirmjäger und Geheimagenten: Der Kampf gegen die Piraten im Golf von Aden wird mit immer größerem Aufwand geführt.
Im Geiseldrama vor Somalia sind die Verhandlungen über die Freilassung von US-Kapitän Richard Phillips aus der Hand von Piraten zunächst gescheitert. Eine Gruppe von Stammesältesten habe die Gespräche abgebrochen, als amerikanische Unterhändler auf der Festnahme der Seeräuber bestanden hätten, meldete die New York Times unter Berufung auf somalische Quellen.
Zurück in einem sicheren Hafen: Die Maersk Alabama liegt in Mombasa. (© Foto: Reuters)
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Derweil habe sich das Rettungsboot, in dem vier Piraten den Kapitän festhalten, bis auf weniger als 50 Kilometer der somalischen Küste genähert, hieß es. Die US-Marine wolle es indes nicht zulassen, dass die Seeräuber Land erreichen, meldete der Fernsehsender CNN ferner.
Die Verhandlungen brachen laut New York Times zusammen, nachdem sich wenige Stunden zuvor am Samstag kurz nach Sonnenaufgang ein kleines Boot der US-Marine den Piraten und ihrer Geisel genähert hatte. Die Seeräuber hätten Warnschüsse abgegeben, woraufhin die Soldaten zum US-Kriegsschiff USS Bainbridge zurückgekehrt seien.
Während in US-Medien zuerst von einer versuchten Befreiungsaktion die Rede war, hieß es nun, der Trupp habe eine Kontaktaufnahme mit den Entführern geplant oder sei auf einer Aufklärungsmission gewesen. In die Verhandlungen ist auch die US-Bundespolizei FBI eingeschaltet.
Der 53-jährige Phillips wird seit Tagen von vier Seeräubern in einem Rettungsboot rund vor der somalischen Küste gefangen gehalten. Sein Schiff, die Maersk Alabama, kehrte unterdessen in den Hafen von Mombasa in Kenia zurück.
Neben der USS Bainbridge bezog inzwischen auch die Fregatte USS Halyburton mit Hubschraubern an Bord Stellung in der Nähe des Bootes.
Zuvor hatten Piraten mit gekaperten Schiffen Kurs auf das Rettungsboot mit Kapitän Phillips an Bord genommen. Unter den beteiligten Schiffen sei zunächst auch die am 4. April gekaperte Hansa Stavanger mit fünf Deutschen und 19 weiteren Besatzungsmitgliedern gewesen.
US-Frachter Maersk Alabama in Kenia
Die Piraten hätten die Hansa Stavanger wegen der US-Militärpräsenz nahe dem Rettungsboot allerdings wieder zurück in den somalischen Hafen Eyl gesteuert, wie CNN unter Berufung auf einen somalischen Journalisten berichtete. Die Piraten seien offenbar durch die US-Kriegsschiffe und deren militärische Überlegenheit abgeschreckt worden.
Die Bundesregierung hatte Medienberichten zufolge eine Befreiung der Hansa Stavanger durch die Eliteeinheit GSG 9 erwogen. Nach Angaben des Magazins Der Spiegel scheiterte die Aktion aber, weil die Seeräuber das Containerschiff der Hamburger Reederei Leonhardt & Blumberg zu schnell zu ihrem Stützpunkt in der Bucht von Harardere brachten.
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